Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 25.1900

Page: 459
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1900/0469
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
FUNDE

459

erwähnen der rechte Fuss und die Sohle eines linken Fusses.
die mit Stiefeln bekleidet waren, und drei Paar Füsse mit
Sandalen von drei verschiedenen Statuen, die mit Bleiver-
guss in steinerne Basen eingelassen waren. Die eine Statue
ist nach dem oben erhaltenen Gewandrest eine Gewandstatue
gewesen. Ferner fanden sich zwei Schwerter, eine kleine
broncene Leier, zwei kleine Löwenköpfe, die an den noch
in Besten erhaltenen Seitenlehnen eines Thrones aus Bronce
mit gravirten und eingelegten goldenen Ornamenten ange-
bracht waren, dann drei rechte Arme, unter denen einer
durch vortreffliche Erhaltung und Feinheit der Arbeit her-
vorragt, und der linke Arm eines Faustkämpfers mit dem
Riemengeflecht um Unterarm und Hand Dieser Arm gehört
vielleicht zusammen mit einem bärtigen Porträlkopf, dessen
Arbeit auf das II. Jahrhundert vor Chr hinweist. Fast un-
versehrt erhalten sind drei etwa 40c“ hohe Statuetten und
eine überlehensgrosse Statue. Die eine Statuette stellt ein Mäd-
chen dar, das fest auf dem rechten Bein steht, das linke
Bein etwas zurückzieht und mit einem langen dorischen
Chiton mit Überschlag bekleidet ist. Der linke Arm hängt
herab, die vorgestreckte offene linke Hand hielt vielleicht
eine Schale. Die Statuette gehört noch in die erste Hälfte
des V. Jahrhunderts, die Arbeit ist nicht hervorragend. Die
vordere Hälfte des Kopfes ist leider nicht gefunden ; das
Haar ist hinten in einen Knoten gebunden und nur durch
flüchtige, gravirte Striche angedeutet. Weit feiner ist die Sta-
tuette eines Jünglings aus dem Ende des V. Jahrhunderts mit
linkem Standbein und rechtem Spielbein, das etwas zur Seite
gestellt ist. Er blickt gerade aus, hielt auf der ein wenig vor-
gestreckten rechten Hand wahrscheinlich eine Schale und in
der gesenkten linken ebenfalls einen Gegenstand (Bogen?),
von dem noch ein Rest erhalten ist. Brustwarzen, Lippen,
Augen waren wie bei der Broncestatuelte des Hermes mit dem
Widder (Jahrbuch des Inst. 1887 Taf. 9) aus anderem Ma-
terial, wol Silber, eingesetzt. In der Haltung steht die Sta-
tuette der kleinen Bronce aus der Nähe von Curium (abg.
loading ...