Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 36.1911

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ZU DEN BAUWERKEN ATHENS

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seine frühere, von Anderen auch jetzt noch aufrecht erhal-
tene Ansicht über einen Urtempe! der Atliena an der Steile
der Ostcella des Erechtheions als irrtümlich aufgiebt; sie
ist aber ebenso unhaltbar wie diese. Bisher hat ihr meines
Wissens auch noch niemand zugestimmt.
Von den übrigen Darlegungen Petersens möchte ich
noch seine Theorie über die Wanderung des Pausanias durch
das Erechtheion kurz erwähnen, weil sie die Unrichtigkeit
seiner ganzen Theorie bestätigt. Pausanias soll, obwohl er
von Osten an das Erechtheion herantritt, zuerst an der Ost-
cella vorübergehen und den westlichen Teil durch die Nord-
halle betreten. Dass er seine Beschreibung mit den Worten:
'Ecna 5e xct! oYxvpAa 'Epexüet,ov xcAoiipevov beginnt und damit
für jeden Unbefangenen den ganzen Bau, zu dem er kommt,
Erechtheion nennt, wird von Petersen unbeachtet gelassen;
auch wird nicht berücksichtigt, dass der Perieget später den-
selben Bau als bezeichnet, was offenbar wiederum
am besten für den ganzen Bau passt, der tatsächlich ein
Doppeltempel ist und dessen westliche Hälfte er nun zur
Erwähnung der Poseidon-Male betritt; auch nimmt Petersen
keinerlei Anstoss daran, dass Pausanias später bei Erwäh-
nung des Pandroseions gerade den westlichen Teil des Baues
nicht Erechtheion, wie nach Petersen erwartet werden müss-
te, sondern Athena-Tempel nennt. Vielmehr hält Petersen es
trotz alledem für sicher, dass Pausanias zuerst zur Nordhalle
gehe und den dort nach einer Inschrift vorhandenen Altar
des Thyechoos als Altar des Zeus Hypatos erwähne. Was
Andere gegen die Gleichsetzung dieser beiden Altäre ange-
führt haben (Judeich, Topogr. 248 A. 8), will ich nicht wie-
derholen, sondern nur auf die ganz unglaubliche Annahme
Petersens (S. 97) hin weisen, dass Pausanias das neben dem
Altar des Thyechoos befindliche Blitzmal nicht zugleich mit
diesem Altäre nennen soll, sondern erst, nachdem er die Vor-
halle verlassen hat und in das Innere des Westbaues einge-
treten ist! Dies allein stösst die nur auf die Opferart ge-
stützte Gleichsetzung der beiden Altäre über den Haufen.
Nach Petersen soll der Perieget ferner nach Beschreibung
des Westteiles des Erechtheions sich zur Ostcella zurück-
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