Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 25.1907

Page: 49
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Ornan für Geschichte, MtertmnMnnde,

Annst und Anltur der Viözese zZottenbnrg und der angrenzenden Gebiete.

^eransgeqeben und redigiert von Amtsrichter a. D. VecK in Kabensburz.

Beiträge Korrespondenzen ?c„ N ez e n s i o n s -E xemp lare, Tanschzeitschriften-c. wollen
stets direkt an Amtsrichter a. D. B e ck in Navensbnrg, B e stel l nng e n nnd Reklamationen an
die Expedition des „Deutschen Volksblntts" in Stuttgart, Urbanstraße 94, gerichtet werden.

4.
<!S0?.

Erscheint monatlich einmal nnd ist halbjährlich dnrch die Po st zum Preis von
M, 1,W ohne Bestellgebühr; durch alle Buchhandlungen sowie gegen Einsen-
dung des Betrages direkt von der Expedition um M. 2.10 (außerhalb des
deutsch-österr, Postgebietes M. 2,20» zu beziehen! einzelne Nnmmern 40 Ps. An-
noncen 2c., welche der Richtung dieser Zeitschrist nicht znwiderlauseu, werden von
der Erpeditiou entgegengenommen und pro Petitzeile oder deren Raum mit 15 Ps.,
buchhändlerische Beilagen, Prospekte zc. nach Uebereinkunst berechnet.

W.

Fchwaüische Viagraphi en.

-e- 43. Ober sinanzrat Friedrich
Eser in Stuttgart, aus Hürbel
(1798—1873), Kunst- und Natur-
forschers)

Anton Friedrich Xaver Eser, geb.
am 14. Febrnar 1798 als das jüngste von
fünf Kindern (von welchen aber nur eine
um zehn Jahre ältere, nachmals mit dem
Landschaftskassier v. Welz in Altdorf-
Weingarten verehelichte Schwester Sophie
am Leben geblieben war) zn Hürbel (im
jetzigen Oberamt Biberach), war der
Sohn des sreih. Freiberg - Eisenberg-
fchen Rats und Obervogts Judas
Thaddäus Eser zu Hürbel (f 1828
zu Altdorf-Weingarten), eines auf der
Hochschule Ingolstadt gebildeten Ju-
risten und uach Geist und Gemüt wohl-
gebildeten Mannes, welcher der damals
noch vereinigten Justiz und Verwal-
tung der im Ritterkautou Donau ge-
legenen Rittergüter Hürbel und Rechten-
stein a. d. D. als geschäflsgewandter,
tüchtiger Beamter nnter allgemeiner Achtung
vorstand,und der Kreszenz, geb. v. Zwergern,
aus Babenhausen. Von diesen Ellern wurde
der Kuabe unter glücklichen Verhältnissen
aufs sorgfältigste in der katholischen Re-
ligion erzogen. Den ersteu Unterricht er-
hielt der Verewigte im elterlichen Hause
m jener durch Kriegsereignisse bewegten

. -^Zum Teil nach dein in den „Jahresheften
des ^erems für vaterländischeNaturkunde" (1875),
XXXI, S. 54—tt0 erschienenen Nekrolog. Ob
un „schwäbischen Merkur" ein solcher veröffent-
licht wnrde, ist uns nicht bekannt; in der All-
gemeinen deutschen Biographie" fehlt der Name
„Eser".

Zeit, welche dessen Heimat vielfach dnrch
österreichische nnd französische Trnppen-
märsche heimsuchten, und zunächst die
Säkularisation der benachbarten Klöster
Gntenzell nnd H?ggbach Or6. List., Ochsen-
hansen Or6. Lene6. und Not Or6.
?rÄmonstrÄt., bald aber auch die Unter-
werfung der Freibergischen Besitzungen
unter die Kroue Badeu uud seit 1806
unter Württemberg zur Folge halten.
Schon in jener Zeit begann die Ein-
wirkung des nachmaligen Domdekans
Janmann, damals Pfarrer von Groß-
schafshausen, anf die geistige Entwicklung
Esers, der mit seinem ehemaligen Lehrer
bis zn dessen i. I. 1862 erfolgten Tode
durch die inn'gften Bande der Freund-
schaft verbuudeu blieb. Uuler der An-
regung des Vaters zeigte sich bei dem
Knaben bald ein reger Sinn für die
Natur und für Sammeln von Pflanzen
nnd Infekten, wozn es an den nötigen
Hilfsmitteln in ten benachbarten klöster-
lichen Bibliotheken nnd den Gewächs-
häusern der Herrschaftssitze uicht fehlte;
die freie Bewegung in der Natnr, die
Jagden und Fischereien belebten seinen
Hang zu N a t ur st n d i e n, und der Ver-
kehr, inobesoudere mit Geistlichen der
Nachbarschaft, die sich mehrfach mit
Naturgeschichte und wissenschaftlichen Stu-
dien beschäftigten, legte den Grund zu
der Vielseitigkeit der Bildung, welche iu
dem späteren Lebensweg des Verstorbenen
immer mehr hervortrat. Im Jahre 1810
kam Eser in das damals aus Ober-
schwabeu ziemlich besuchte Gymnasium zu
Kempten i. A. und erhielt dort durch
deu Zeichenunterricht des Malers und
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