Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 25.1907

Page: 171
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l^i) Neben dem letzteren in blauem
Habit Franz Fidelis Anton Tho-
mas Maria, ein weiterer Sobn des
damals regierenden Grafen (geb. 29. De-
zember 1733), Dentschordensritterseit 1760
und seit 1762 Oberst des Baaden-Baadi-
schen schwäbischen Kreisinfanterieregiments,
der nnter dem Namen „Graf Fidele" be-
kannte volkstümliche, leutselige und wohl-
tätige Maiuauer Hauskomtnr, über welchen
noch manche Anekdoten im Munde des
Volkes gehen.'

IV. Unter dieser Grnppe, wie unter
einer Brücke, zuvorderst am Plasond, ist
die Hölle bezw. die Bestrafung der
sieben Hanptfünd - n (welche figürlich
dargestellt sind) in der Hölle:

Ä) Hoffart, versinnbildet durch einen
Pfau in der Mitte,

d) Geiz, eine Person mit leeren
Händen,

c) Unkeuschheit, eine weibliche Figur
(oben), heulend und händeringend,
ganz abgemagert,

6) Neid, eine Person rechts, scheel-
sehend,

e) Unmäßigkeit, ein Mann mit
einem Felsen auf dem Bauch,

f) Zorn, eine Figur ganz links, zähne-
knirschend,

Z) Trägheit, eine liegende Figur
rechts,

— sämtliche vom Feuer umgeben nach
allen Seiten.

(Vielleicht wollte der Maler durch die
Flammen, die emporschlagen, anch noch
andeuten die Worte der Schrift: „Die
Pforten der Hölle werden sie (die Kirche)
nicht überwältigen.") (Schluß folgt.)

3. Das alte LmidMpitel Riedlingen.

(Fortsetzung.)

Wilflingen.

Die Pfarrei Wilflingen, Freiherrn von
Stauffenbergfchen Patronats, umfaßte da-
mals die 2 ehemaligen Pfarreien Ober-
nnd Unterwilflingen, eine Kapelle und
das Filial Bihlafingen. Die beiden alten
Pfarreien waren zur Zeit des Maximilian,
Schenk v. Stauffenberg, und des Pfarrers
Johann Failing mit Konsens des Johann
Jakob, Bischofs von Konstanz, in der Weife
vereinigt worden, daß die obere Pfarrei

anfgehoben und der unteren völlig inkorpo-
riert wnrde. Die Pfarrkirche zu Oder-
wilflingen lag auf einem Hügel, war dem
hl. Lnpns geweiht, damals aber luuclitus
euersa, (1726); der Tnrm mit 2 Glocken
stand noch. Sie war 3 oder 4 Jahre
vorher mit Konsens des Bischöfl. Ordina-
riats abgebrochen und dafür eine neue er-
baut wordeu neben der Bnrg. Reste der
alten Kirche und des Pfarrhauses sah mau
noch. Die Kirche von Unterwilflingen
neben der Burg war deu hl. Aposteln
Petrus und Paulus geweiht mit 3 konse-
krierten Altären und wmde auch Schloß-
kapelle genannt. Sie war die Begräbnis-
stätte der Freiherren v. Stauffenberg, wurde
aber ebenfalls mit Konsens des Bischöfl.
Ordinariats abgebrochen und au deren
Stelle eine nene größere „ele^anti foriua.
et ^rtiÜLio cum Z-emina turri" und 2
Altären erbaut. Sie war damals noch
nicht vollendet; doch wurde darin Gottes-
dienst gehalten. Außerhalb des Dorfes
war eine Kapelle beim Gottesacker, der
Muttergottes geweiht; währeud des Kirchen-
baus wurde dariu Gottesdieust abgehalten.
Zu Wilflingen befand sich ein Leprosen-
haus; auch war dort die Nosenkranzbrnder-
fchaft eingeführt worden.

Die Kirche in Bihlafingen ist zu Ehreu
des hl. Nikolaus konsekriert wordeu mit
einem Altar; sie hatte ihre eigene Pflege.

Eine Beschreibuug der Einkünfte der
Pfarrei Wilflingen vom Jahr 1719 ist
dem lid. beigebundeu.

Die trÄLtÄtio k^ereclitatis eines Pfar-
rers zu Wilfliugen wurde früher immer pri-
vatim von Kapitelsgeistlichen vorgenommen;
1723 ging es aber nicht ohne Protest seitens
der weltlichen Herrschaft ab; die Akten
hierüber umfassen im üb. LÄp. ca. 17 Folio-
seiten.

?ro pi'imis fructibus bezahlte der
Pfarrer für Oberwilflingen 30 fl. 54 kr.,
für Unterwilflingen 10 fl. 54 kr., consol.
41 nnd 40 kr., je 9 kr. (ali^s 15

und 10 kr.), pl'c» iu^ressu et mortui-
ria, je 4 st.

Nomina ? A r o c d c> r n in in iIf -
linken.

t. Loni-Adns in

2. HeinriLns KeLtor in

3. soctnn. Zoster ?Ied. in

4. svÄnnes t^npiee^t Iveetor in Vncler-
Wiltingen 1486.
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