Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 25.1907

Page: 65
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lahW.

Z. VaF alte Tandkapitel Wedlingen.

Das alte Dekanat Riedlingen bot
ein ganz anderes Bild dar als das heu-
tige; denn während dieses aus 41 von
vier verschiedenen alten Landkapiteln her-
rührenden Pfarreien besteht, umfaßte jenes
nur 13 bis 16 Pfarreien. Im 13. Jahr-
hundert (1275) führte es den Namen
Binswangen, im 14. Jahrhundert
Veriugeu und seit dem 15. Jahrhundert
wird es Riedlingen genannt; auch
(Langen-)Enslingen soll eine alte Be-
zeichnung desselben seiu. Der Name wech-
selte eben früher mit dem Sitz des Deka-
natamts.

Im Jahr 1275 gehörten folgende Pfar-
reien zu diesem Dekanat:

Binzwangen (Binswangen), Altheim
(Althain), Grüningen, Andelfingen (Andel-
uingen), Eusliugeu (Einfelingen, Langeu-
enslingen), Ober- und Unter-Wilflingen
(Wilfelingen superius, W. inlerius),
Heudorf (Hoedors),') Hnndersingen, Emer-
seld (Emeruelt), Dürren-Waldstetten (Walt-
stetten), Jnneringen (mit Kaplanei), Her-
metingen, Tittstetten, Veringendorf. Auf-
fallenderweise wird Riedliugeu noch gar
uicht geuauut. Erst im 14. Jahrhundert
erscheint es (Rndlingen) als Filiale von
Altheim. Außerdem werden weiter auf-
geführt: Bittelfchieß (Butelschieß)^) als

') Im „Freiburger Diözesan-Archiv" I (1865)
S. 104 und 25 (1896) S. 127 wird diese Pfarrei
Heudorf mit dem im OA. Riedlingen gelegenen
Heudorf verwechselt. Letzteres lag im alten Land-
kapitel Saulgau (Buchau) und war ehemals Filial
von Hailtingen. Hier ist dagegen Heudorf bei
Mengen gemeint, jetzt im OA. Saulgau.

2) Wird gleichzeitig unter den Pfarreien des
Landkapitels Mengen aufgeführt, zu dem es früher

eigene Pfarrei, Fridiugeu und Pflummern
(Flnmarn) als Filialien von Enslingen
und die Kaplanei in Veringenstadt. Anno
1497 uud schou früher gab dagegen die
Stadipfarrei Riedlingen dem Landkapitel
den Namen, und Altheim hatte nur eine
Kaplanei und Frühmeßpfründe, Pflummern
eine Pfarrei, Friedingen und Jnngnau,
auch Ittenhausen je eine Kaplanei. In
und bei Riedliugeu wareu damals 13 Pfrün-
den. Bittelschieß wird nicht mehr geuaunt.
Später kamen auch die Pfarreien Hermen-
tingen und Pflummern in Wegfall, und
Tittstetten oder Dillstetten (Dylstetten,
Dutstetten) wurde zu Veringendorf ge-
zogen. Im 18. Jahrhundert waren es
13 Pfarreien und 11 Kaplaneien (Kon-
stanzer Diözesankatalog von 1779, eben-
daselbst bei Ant. Labhart, S. 146—149,
woselbst die sonst beigegebene Landkapitels-
karte fehlt); im folgenden Jahrhundert
wurden die Pfarreieu Juueringen, Langen-
enslingen und Veringendorf samt Kapla-
neien vom uralten Verband losgelöst uud
zum neugebildeten Dekanat Beringen ge-
zogen, während das alte Landkapitel Ried-
lingen durch die ueuhinzugekommenen Pfar-
reien einen etwa dreimal größern Umfang
erhielt, als es früher gehabt hattet)

immer gehörte („Freiburger Diözesan-Archiv" V
S. 106).

^) Die Angaben in Nehers stat. Personal-
katalog S. 219 (1878) find teilweise unrichtig
und unvollständig. Tatsächlich erhielt das neue
Landkapitel Riedlingen vom ehemaligen
Dekanat Munderkingen die Pfarreien: Dieters-
kirch, Daugendorf, Hausen, Mörsingen, Unlingen,
Neutlingendorf, Sauggart, Uigendorf, Uttenweiler,
Zell und Zwiefaltendorf. Vom alten Dekanat
Saulgau: Betzenweiler, Braunenweiler (welches
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