Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 25.1907

Page: 113
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Organ für Geschichte, MtertuinMnnde,

Auitst und Vtultur der Viäzese Kottenüurg und der angrenzenden Gebiete.

herausgegeben und redigiert von Amtsrichter a. I. Vecsj in KavenDurrx.

Beiträge, Korrespondenzen ?c,, N ez en s i o n s - E remp lar e, Taitschzeitschristen?c, wollen
stets direkt an Amtsrichter a. D. B e ck in Ii av e n s b ti r g, B e ste l l n n g e n nud Reklamationen an
die Expedition des „Deutschen Volksblatts" in Stntlgart, Urbanstraße 94, gerichtet werden.

Ar. ö.
4S07.

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dung des Betrages direkt von der Expedition um M, 2,10 (außerhalb des
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MMS.

Rur Geschichte der Pfarreien
OberschwavenF.

Von Subregens vr.Sproll in Nottenburg a,N.

Wenn man sich mit der Geschichte eines
Ortes als Pfarrei befaßt, so bilden neben
dem Urkuudenmaterial, das aber ans der
frühesten Zeit spärlich fließt, die Steuer-
register der Diözese Konstanz eine Hanpt-
qnelle. Es sind dies der leider 6ecimÄtioni8
von 1275, der leider ^usrwrum von 1324,
der leider dünnalium ebenfalls von 1324,
der I^iber taxstionis von 1353, der I^iber
marcarum von 1360 (bis 70) und die
Re^iZtra, subsiäti cdsritativi vom Ende
des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts.
Alle diese Register liegeu uns gedruckt vor
im „Freiburger Diözesau-Archiv" und zwar
der I^id. 6ec. im 1. Band (über seiueu
Zweck vrgl.Kirchenlexikou 2.Ausl. 7, 971 sf.;
8, 390 ff.), der l^id. c^ugrt. und dann,
im 4. Band, der I^ib. tsx. und mArc. im
5. Band und die Subfidieuregister in den
Bänden 24 bis 27 (1895 bis 99).

Um die einzelneu Orte zu besprechen,
nehmen wir sie am besten nach der alten
Kapitelseinteilung. Es ist das sogar not-
wendig, weil die Bestimmung des einzelneu
Ortes oft davon abhängig ist, welchem
Kapitel er angehörte. Zwar ist schon von
den Herausgebern der einzelnen Register
versucht worden, die einzelneu Orte fest-
zustellen uud zu identifizieren; aber es
fehlte thueu öfters die Lokalkenntnis. Diese
und namentlich jegliche Literatnrkenntnis
vermißt man vollends in der Arbeit Thu-
dichnms „die Diözesen Konstanz, Angs-
bnrg, Basel, Speier, Worms nach ihrer
alten Einteilung in Archidiakonate, Dekanate

uud Pfarreien" (Tübinger Stndieu für
Schwäbische und Deutsche Rechtsgeschichte I.
2). Tüb. 1996 (vrgl. die veruichteude Kritik
im „Freib. Diöz.-Arch." 34, 1966, 274 ff.).
Es soll deswegen im folgenden jeweils
festgestellt werden, welcher moderne Ort
nnter der alten Form gemeint ist.

I. Landkapitel Dietenheim.

Der I^id. 6ec. nennt („Freib. Diöz.-
Arch." 1, 1865, 141 f.) als Sitz des
Kapitels nnd zugleich als ersten Ort Tu(e)-
tenhain, dann Balzhain, Wiewen, Bn(o)che,
Kilchberg, Amortshnfen, Gutencelle, Eroltz-
haiu, Tettingen, Tettingen superius,
Kirchvorf, Ophingen, Tannhain, Haselach,
Oye, Hnsen, Berchain, Bachain, I^LclesiÄ s.
Verene. Als weitere Steuerpflichtige sind
augefügt die Aebte von Wiblingen, Rot
und Ochsenhaufeu und die Aebtisfiuum der
beiden Zisterzienserinnenklöster Heggbach
uud Guteuzell.

1. Tn(e)teuhaiu ist Dieteuheim. Der
I^id. msrc. („Freib. Diöz.-Arch." 4, 1869,
29) bezeichnet Dietenheim als Quartpfarre!.
Der I^id. wx. (5, 64) bemerkt: 1u(e)ten-
1i2tn cum tiÜÄ I^üliusen, conlert 6ux
^.uZtrie. Idiäem sunt 6ucenta 6omici1iÄ;
c^UÄrtAlis est. Nühufm ist der jetzige
Neuhauferhof. Im Subsidienregister von
1598 ist anßer dem Pfarrer Jeorins
Drabir oder Traber noch ein primissÄriuZ
oder Ä^iutor aufgeführt uameus Jakob
Harter oder Hu(e)rttel (27, 50).

2. Balzhaiu oder Balzheim, d. h.
Uuterbalzheim. Der l^id. tax. (5, 64)
nennt als Patron den Grafen von Kirch-
berg; der Ort hatte damals 54 Familien.

3. Wiewen ist im l^ib. 6ec. zweimal
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