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Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 66.1930

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B: Die Wiener Plastikerin Grete Neuwalder
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https://doi.org/10.11588/diglit.9256#0259

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Wiener Sezession tmd Kunstscliau

Auffassung und erlesener Kultur des Vortrages.
Josef Dobrowsky gibt mit seinem Bild „Dame in
den Spiegel blickend" eine neue Vertiefung sei-
ner magischen und abgründigen Kunstsprache,
Franz Wiegele dagegen spürt den Reizen der
Oberfläche nach, indem er eine an Leibi ge-
schulte Pinselschrift auf die Wiedergabe reinster
Farben im Freilicht anwendet. Ernst Huber
zeigt u. a. ein großes „Fest auf dem Lande";
die Szene mit den vielen Menschen ist souverän
und leuchtend hingeschrieben. Ernst Laske be-
handelt verwandte Themen spitziger und mit
literarischem Humor. Richard Harlfinger wendet
seinen impulsiven Impressionismus an Motive
der nächtlichen Großstadt und erreicht inter-
essante Resultate. Georg Jung (Salzburg) fügt
mit bedächtiger Stilistik die Stimmungselemente
der vorstädtischen Winternacht zu einer glück-

lichen Komposition zusammen. Alois Leopold
Seibold bemüht sich mit einem Geflügelstill-
leben erfolgreich um das malerische Erbe Goyas.
Franz Zülow bringt ein amüsantes Stilleben
von Gefäßen, das mit Dufys Improvisationen
wetteifert. Läszlö Gabors helle und flotte
Bilder aus Südfrankreich kontrastieren mit den
düsteren und kalligraphischen Visionen Ernst
Sedlaceks. Zwei in Westeuropa lebende Russen,
Grigory Glückmann (Boulogne sur Seine) und
W. Masjutin (Berlin) repräsentieren die Kunst
ihrer Heimat sehr charakteristisch in ihrem
Zwiespalt; der eine als eleganter Weltmann,
der andere als Erzähler volkstümlicher Legen-
den. Glückmanns großformatige Aktkompo-
sitionen wirken bei aller Entfaltung von male-
rischem Raffinement trüb, während Masjutin in
seinen Holzschnitten bei bescheidensten Ab-
 
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