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CLENZE-BUSSAU

Das Dorf Bussau im Nordwesten des Flek-
kens Clenze gehört zu den am besten erhal-
tenen Rundlingen des Kreisgebietes. Der ein-
zige Zugang von Norden wird durch zwei
Gebäude torartig verengt. Um den fast kreis-
förmigen Dorfplatz gruppieren sich zwölf
sektorförmige Hofparzellen, auf denen sich
sieben sorgfältig gepflegte, giebelständige
Vierständer-Hallenhäuser des 19. Jh. sowie
die zugehörigen charakteristischen Nebenge-
bäude aus gleicher Zeit erhalten haben. Aller-
dings sind gegen Ende des 19. Jh. die Höfe
Nr. 2 und Nr. 4 nach Osten aus dem Rundling
ausgesiedelt worden und hinterließen hier stö-
rende Lücken. Gleichzeitig bildete sich nörd-
lich des Rundlings eine kleine Ortserweite-
rung aus vier bescheidenen Anwesen.
Im Nordwesten am Eingang des Rundlings
steht die vom Friedhof umgebene Dorfkirche,
von der heute nur noch ein quadratischer, mit-
telalterlicher Westturm in Feldsteinmauer-
werk erhalten ist. Das Schiff wurde in jüngster
Zeit durch einen Neubau ersetzt. Zum Ortsbild
Bussaus gehört der Niederungswald, der das

Dorf im Süden begrenzt, vor allem aber die
mächtige Linde vor dem Giebel des Hauses
Nr. 8, dem ehemaligen Schulzenhof.

CLENZE-DALITZ

Dalitz ist mit drei Halbhöfen und einer Brink-
sitzerstelle eines der kleinsten Dörfer, das mit
sektorförmigen Hofparzellen und giebelstän-
digen Hallenhäusern Rundlingsmerkmale
aufweist. Einer der drei Halbhöfe ist allerdings
stark verändert worden. Auf Hof Nr. 2 haben
sich mehrere für diese Kulturlandschaft cha-
rakteristischen Gebäude in traditioneller An-
ordnung erhalten. Das ortsbildprägende
Haupthaus wurde im Jahre 1794 in Vierstän-
derkonstruktion errichtet. Auch das Haupt-
haus des Nachbarhofes Nr. 3, ein Vierstän-
der-Hallenhaus aus dem Jahre 1832 zeigt
noch seinen originalen Zustand.

CLENZE-GISTENBECK

Das nur 2 km südöstlich des Fleckens Clenze
am Nordrand des Gain gelegene Dorf hat im
Kern die Struktur eines großen Rundlings, der
seit dem ausgehenden 19. Jh. durch Aussied-
lung und Nachsiedlung nach Südwesten ent-
lang der Straße nach Jiggel eine erhebliche
Erweiterung erfahren hat. Der mit alten Bäu-
men bestandene und von einer Landstraße
durchquerte Dorfplatz wird noch von sechs
z.T. stark veränderten Vierständerhäusern
des 19. Jh. in traditioneller Anordnung umge-
ben. Weitere drei Hallenhäuser wurden er-
setzt oder bis zur Unkenntlichkeit entstellt.
Den Spättyp des Vierständerhauses stellt das
Haupthaus des Hofes Nr. 15 aus dem Jahre
1867 dar. Zum Hof gehörte die 1883 errichtete
Längsscheune, die als Wohnhaus umgenutzt
wurde.
Die kleine Kapelle am nördlichen Ortseingang
dürfte noch aus dem 17. Jh. stammen. Das
vom Friedhof umgebene Gebäude hat infolge
seines Alters und seiner Fachwerkkonstruk-
tion hohen Seltenheitswert. Eine zweite Fach-
werkkapelle aus dem Jahre 1878 steht am


i*

Clenze-Bussau, Kirchturm


Clenze-Bussau, Dorfplatz mit den Höfen Nr. 9, 10, 11,12


Clenze-Dalitz, Nr. 2,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1794


Clenze-Dalitz, Nr. 3,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1832


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