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31. 12. 1874 konnte die Verlängerung dieser
Linie nach Lüneburg in Betrieb genommen
werden. Die Verbindung Dannenberg-
Lüchow mit dem Westbahnhof kam im Jahre
1911 zustande, die Strecke Dannenberg-
Uelzen wurde gar erst am 16. 10. 1924 eröff-
net. Damit war Dannenberg bis zum Zweiten
Weltkrieg der bedeutendste Bahnknoten-
punkt des Kreisgebietes. Alle Linien wurden
durch die nach 1945 entstandene innerdeut-
sche Grenze zu bedeutungslosen Sackgas-
sen. Der Bahnbetrieb wurde weitgehend
eingestellt und die Gleisanlage teilweise ab-
gebaut.
Neben der Ortserweiterung an der Zufahrts-
straße zum Ostbahnhof entstand eine zweite
vor dem Mühlentor - beide unter bewußter
Inkaufnahme der Überschwemmungsgefahr.
Ansonsten beschränkte sich der Stadtbereich
bis in die Mitte des 20. Jh. auf die weitgehend
hochwasserfreien Lagen und ist durch dichte
Bebauung gekennzeichnet. In einer von Süd-
westen nach Nordosten verlaufenden durch-
gehenden Achse sind Lange Straße, Markt
und Marschtorstraße miteinander verknüpft.
Sein Zentrum ist der Bereich um den Markt mit
dem angrenzenden Amtsberg sowie dem
Kirchplatz.
LANGE STRASSE
Die Lange Straße führt vom ehemaligen Müh-
lentor zum Marktplatz und steigt in dieser
Richtung leicht an. Die Hausparzellen sind
schmal und tief und werden an der Südost-
seite vom Lindenweg rückwärtig erschlossen.
Die Parzellen der Nordwestseite wurden ur-
sprünglich von der Mühlenjeetzel begrenzt,
deren zugeworfener Lauf heute als hinterer
Erschließungsweg dient. Die geschlossene
Bebauung besteht aus Wohn-Geschäftshäu-
sern, denen sich rückwärtig häufig Nebenge-
bäude anschließen.
Die ältesten Häuser (Nr. 6,18) stammen noch
aus der Wiederaufbauphase nach dem Brand
von 1608. Sie sind weitegehend identisch und
hatten ursprünglich eine Mittellängserschlie-
ßung, sowie Zwischengeschoß und Berge-
stock unter Satteldach. Charakteristisch sind
die knaggengetragenen Geschoßvorkragun-
gen, die bei Haus Nr. 6 durch einen Umbau
weitgehend verlorengegangen sind. Sehr viel
bescheidener als diese großen Kaufmanns-
häuser sind die drei kleinen giebelständigen
Fachwerkhäuser Nr. 29, 30 und 31, deren äl-
testes (Nr. 31) im Jahre 1691 erbaut wurde.
Aus dem 17. Jh. stammen auch die Gebäude
Nr. 23, 24 und 45, gut erhaltene giebelständi-
ge Bürgerhäuser mit Längserschließung und
Geschoßvorkragungen.
An diesem Haustyp ändert sich auch im 18.
Jh. nicht viel. Giebelständigkeit und Längs-
erschließung blieben, die Geschoßvorkragun-
gen wurden allerdings zurückgenommen (Vgl.
Nr. 13 und Nr. 14). Im 19. Jh. kam das trauf-
ständige Wohnhaus mit Quererschließung auf
(Nr. 36). Etwas früher dürfte das ebenfalls
quererschlossene Haus Nr. 39 entstanden
sein. Recht ungewöhnlich für eine kleine
Landstadt ist der massive dreigeschossige
Putzbau Nr. 3. Das qualitätvolle Gebäude
wurde im Jahre 1864 errichtet. Dabei wurde
renaissancistischer Dekor mit Elementen des
Rundbogenstils vermischt.

Dannenberg, Ansicht von Süden, um 1850, Niedersächsisches Staatsarchiv Hannover, 34d Dannenberg


Dannenberg, Lange Straße 24, 23ff.


Dannenberg, Am Markt/Lange Straße


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