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Die Beutower Mühle liegt etwa 1 km nördlich
des Dorfes. Ihr gut erhaltenes Haupthaus ist in
zwei Bauabschnitten während des 18. Jh. in
Ziegelfachwerk entstanden. Die Mühle mit
Nebengebäuden des frühen 20. Jh. steht heu-
te still.
LÜCHOW-BÖSEL

Das 4 km südöstlich Lüchows gelegene Dorf
Bösel ist das einzige Rechteckplatzdorf des
Kreises. Der ursprünglich weitgehend unbe-
baute Platz wurde dreiseitig von Straßen be-
grenzt. An den Außenseiten der Straßen
schlossen sich rechtwinklig schmale und tiefe
Parzellen an, auf denen giebelständige Hal-
lenhäuser angeordnet waren. Den vorderen
Hofabschluß bildeten häufig Torscheunen, die
heute ausnahmslos verschwunden sind. Beim
weiteren Ausbau der Hofanlagen sind zahlrei-
che Nebengebäude entstanden und seit Aus-
gang des 19. Jh. etliche der traditionellen Vier-
ständerhallenhäuser durch repräsentative,
traufständige Wohnhäuser ersetzt worden.
Über seinen alten Kern wuchs das Dorf nach
Nordwesten und Südosten.

Lüchow-Bösel, Verkoppelungskarte, 1808, Amt für Agrarstruktur, Hannover


Die ursprüngliche Siedlungsstrukturwird noch
durch etliche Häuser und Hofanlagen reprä-
sentiert (Hauptstraße 1, 2, 4, 7, 11 und 39;
Breite Straße 7,11 und 16; Rebenstorfer Weg
13 und 20). Ausgebaute Höfe mit traufständi-
gen Wohnhäusern in Fachwerk und Ziegel-
mauerwerk zeugen von beachtlichem Reprä-
sentationsbedürfnis ihrer Bauherrn und haben
besonders der Breiten Straße ihr charakteristi-
sches Gepräge gegeben (Hauptstraße 8;
Breite Straße 8,10,13; Rebenstorfer Weq 14).
Die Böseler Kirche hat an der Nordwestecke
des Dorfplatzes ihren Standort. Der Saalbau
ist in mehreren Bauphasen aus unterschiedli-
chen Materialien entstanden. Neben Feld-
steinmauerwerk, aus dem der gedrungene
Westturm und Teile des Schiffes bestehen,
wurde Ziegelmauerwerk für den Ostgiebel mit
den gestaffelten Blendnischen verwendet. Ein
1386 datierter Ziegelstein, der bei Renovie-
rungsarbeiten aufgefunden wurde belegt die-
se Bauperiode. Durch einen Brand wurde die
Kirche 1866 stark beschädigt und im neugoti-
schen Stil der Zeit wieder hergestellt.
Die südlich des Dorfes auf leichter Anhöhe
stehende flügellose Windmühle ist neben der
Quickborner Mühle die einzige Paltrockmühle
des Kreises.
LÜCHOW-GOLLAU

Der kleine Rundling Gollau liegt in der Jeetzel-
niederung 3 km nordwestlich Lüchows. Eine
erhebliche Erweiterung erfuhr das Dorf, nach-
dem 1911 die Bahnlinie Dannenberg-Lüchow
mit einem Haltepunkt südlich Gollaus fertigge-
stellt worden war. Der Siedlungsausbau hat
jedoch in die gut erhaltene Struktur des alten
Rundlings nicht eingegriffen. Hier sind noch
mehrere der traditionellen Hallenhäuser vor-
handen, oft aber stark überformt. Ihr ursprüng-
liches Aussehen am besten bewahrt haben
die beiden Kossaterhäuser Nr. 26 und Nr. 29
aus den Jahren 1801 bzw. 1810. Mit ihren Git-
terfachwerkgiebeln sind sie entscheidend für
das Ortsbild.

Lüchow-Bösel, Hauptstraße 8, Hofanlage, um 1900


Lüchow-Bösel, Breite Straße 16,
Wohn-Wirtschaftsgebäude


Lüchow-Bösel, Breite Straße 10,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, um 1900


Lüchow-Gollau, Dorfplatz mit den Höfen 26, 27, 28, 29


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