Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 24,2.1831

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N°. 51. MEIDELB. JAHRB. D. LITERATUR. 1831.

Gröpperf, M&er das Gre/Were7z der jP^wzzeyz.
^BescA^M/s. J
Hiernächst kommt die Frage zur Untersuchung, in
wiefern die Pflanzen aus dem wärmeren Erdboden Wärme
anziehen , und daher eine Abweichung von der Tempe-
ratur der umgebenden Atmosphäre äufsern. In Bezie-
hung auf die Behandiung dieser Aufgabe läfst es sich
wohi nicht in Schutz nehmen, dafs die Erfahrungen
über die mit der Tiefe zunehmende Wärme der Erd-
kruste, die verschiedene Temperatur der Queiien und
das fortdauernde Geftorenseyn des Bodens in hoch nörd-
lichen Gegenden mit in den Kreis dieser Untersuchungen
gezogen sind , wohin sie zuverlässig nicht gehören. Un-
gleich wichtiger würde es gewesen seyn , wo möglich
auszumitteln, wie schnell der Saft in den verschiedenen
Jahreszeiten und nach der Stärke der Lebensthätigkeit
der Pflanzen aus den ungleich tief in der Erde beßnd-
iichen Wurzeln zu gröfseren oder geringeren Höhen
emporsteigt. Dafs dieses in einzelnen Fällen unter ge-
eigneten Umständen sehr rasch geschieht, und daher
einen Einßufs auf die Temperatur der Pflanzen zur noth-
wendigen Folge haben mnfs, unterliegt nach meinen
eigenen Versuchen im J. 1822. mit Weinreben (Schweigg.
Journ. 1823.) keinem Zweifel , ohne dafs sich jedoch
die Gröfse dieses Einflusses für alle Pflanzenarten und
die verschiedenen Zeiten im Allgemeinen angeben lälst.
In dieser und mehreren andern Beziehungen sind die
hier erwähnten Beobachtungen der drei eingegrabenen,
ungleich tief eingesenkten , Thermometer von gröfster
Wichtigkeit, und Ref. kann allen denen, die sich hierfür
interessiren , die angenehme Nachricht mittheilen, dafs
diese schönen Instrumente nach 9 Jahren im hiesigen
botanischen Garten glücklich aus der Erde gebracht
XXIV. Jahrg 8 Heft. 51
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