Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 31,2.1838

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Rhetores Gracci ed. Walz.

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Rhetorik in epitomatorischer Form, worin zuerst die Gattun-
gen der Beredtsarakeit (Rufus nimmt deren vier an, und fügt
zu den gewöhnlichen drei Gattungen noch das genus hislo-
ricum, worüber Syrianus Yol. IY. p. 60 und der Anonymus
Yol. VlL p. 794 zu vergleichen) , dann die vier Theile der
gerichtlichen Rede (npoolpuov, diriyTqadq, <xn6-deiE,Lt; und £711-
loyoq) definirt und nach ihren verschiedenen Arten und Stoff-
quelleu durchgegangen werden. Die Schrift fehlt bei Aldus,
so wie. auch alle folgende Aufsätze dieses Bandes.
6) ’AvavvßOv avvötpeig p^ropncrjt; p. 461 — 464. Blofse
Proben, welche uns nach dem Ganzen nicht begierig machen.
7) Josephi Rhacendytae ei-vo-^ic, p^ropndjg p. 465 — 569.
Joseph, von Ithaka gebürtig, wie es scheint, um das Jahr
1300, hüllte sich gleich seinem alten Landsmanne Odysseus
in Lumpen (daher paxevdvrtu), aber nicht, wie jener, um
nach langer Irrfahrt wieder zum Genüsse häuslichen Glücks
zu gelangen, sondern um als Mönch eine Wanderung- anzu-
treten, sah dann, wie jener, vieler Menschen Städte 5 aber
ihren Sinn erkannte er nicht. Zuletzt lebte er in Constan-
tinopel und genofs den Umgang und Unterricht der dortigen
Gelehrten. Im Gefühle seiner geistigen Unfähigkeit liefs er
von der Fortsetzung seiner Studien ab, und fafste den Ent-
schlufs, in Einem Buche die Quintessenz aller Wissenschaf-
ten zusammenzufassen für solche, welche jede einzelne Wis-
senschaft gründlich zu erlernen weder Lust noch Zeit hätten.
Aus diesem eneyclopädischen Buche ist die hier zum ersten
Male gedruckte Übersicht der Rhetorik. Zu derselben gehört
aber nach p. 473, 27 nur das erste Capitel, eine Epitome des
Hermogenes enthaltend, so jedoch, dafs -seine vier Schriften
nicht in ursprünglicher Ordnung auf einander folgen, sondern
zuweilen sogar die einzelnen Bücher und Capitel einer Schrift
von einander getrennt sind, und mit Stellen aus KVY. ver-
setzt. Möglich, dafs daraus der Text des Hermogenes hie
und da gewinnen, ganz gewifs umgekehrt, dafs der Text
Josephs aus Hermogenes berichtigt werden kann. Auf die-
ses Capitel sollten nicht nach Josephs, sondern nach eines
späteren Redactors Anordnung die acht Theile jeder Redeart
der Reihe nach abgehandelt werden.: 1) iwoia f 2) c,
3) ogjjpot, 4) psSoSog, 5) xojXa , 6) ovvStfx?] , 7) ärärtaviJic,
8) pv$pd( 9 welche zusammen in einer Pariser Handschrift
einen Aufsatz nepi k5v oxto p.ep®v rov xefeiov hoyov bilden.
(Der Schlufs folgt.)
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