Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 31,2.1838

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N°. 49. HEIDELBERGER' 1838.
JAHRBÜCHER DER LITERATUR,

Le bas: Correspondance inedite.
(Bes chluf s.)
Über Marat und den Kampf auf Leben und Tod zwischen
der Gironde und dem Berge im April 1793 drückt er sich in
einem Briefe an seinen Vater ganz auf dieselbe Weise aus,
wie man damals in den Clubbs zu reden und in den Zeitun-
gen zu schreiben pflegte. Es heifst S. 24:
Die gegenwärtige Lage des Convents ist keineswegs
erfreulich. Die Parthei, welche die eifrigsten Patrioten, das
heifst diejenigen, welche Dumourier den gesunden Theil des
Convents nennt, Anarchisten schelten, beherrscht uns in die-
sem Augenblick. Sie haben so eben einen ihnen sehr unbe-
quemen Aufpasser dadurch entfernt, dafs sie Marat haben
verhaften lassen.
Im September brauchte man einen Mann wie Lehas in
Paris nicht mehr, er war aber, wie Set. Just bei den Ar-
meen, besonders darum sehr nützlich, weil er ein rechtlicher
und unbestechlicher Mann war. Von den Billetten an Robes-
pierre, die er auf dieser Missiop schrieb und welche hier ab-
gedruckt sind, scheint uns nur ein einziges ein Interesse zu
haben, weil es zeigt, mit welcher Verachtung die wahren
Enthusiasten unter den Jacobinern von jeher die Dantonisten
betrachteten. Einige der Cordeliers, auch Herault de Se-
chelles, wären, als sich Set. Just und Lebas in Strasburg
befanden, ebenfalls an den Rhein geschickt worden 5 darüber
schreibt Lebas an Robespierre S. 38:
Herault zeigt uns so eben an, mein lieber Robespierre,
dafs er in das Departement des Oberrheins geschickt ist. Er
schlägt uns vor (13 du second mois de Fan 2), mit ihm in
Briefwechsel zu treten 5 unsere Überraschung ist ungemein
grofs. Übrigens ist das nicht das Einzige , was uns über-
raschend scheint u. s. w. Darunter schreibt Set. Just mit ei-
gener Hand die folgenden Zeilen, die schon mehr den jugend-
lich aufbrausenden Mann verrathen:
Das Zutrauen hat keinen Werth mehr, wenn man es mit
XXXI. Jahrg. 8. Heft. 49
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