Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 31,2.1838

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JV°. 7i. HEIDELBERGER 1888
JAHRBÜCHER HER LITERATUR.

Becker: Ausführliche deutsche Grammatik. 2e Abth.
(Beschl uf s.)
Den gröfsten Theil der vorliegenden zweiten Abtheilung
nimmt die Behandlung des objectiven Satzverhältnisses ein,
welches auf das attributive folgt. Es enthalt dieser Abschnitt
sehr viele treffliche Bemerkungen, die zur Erklärung und
Aufhellung der Ansichten des Verf. und zur Beleuchtung der
sprachlichen Verhältnisse überhaupt die schätzbarsten Bei-
träge enthalten. Besonders reichhaltig sind auch die Belege
über den Casusgebrauch in der altdeutschen Sprache, wobei
jedoch lief, auf eine bei der Anzeige der ersten Abtheilung
gemachte Bemerkung zurückkommen mufs, dafs man nämlich
in dieser ausführlichen Grammatik ungern das Nolhwendigste
der neudeutschen Constructionen vermifst, >vie es in der
Schulgrammatik, wozu diese einen Commentar bildet, aufge-
führt wird. — Durch die Übergehung alles dessen, was auf
der Construction oder dem Gebrauche eines einzelnen Wor-
tes beruht, erhält diese ausführliche Grammatik eine geAvisse
Lücke, oder eine Unselbständigkeit, wodurch sie ohne die
Schulgrammatik nicht bestehen kann, oder zu ihrer Ergän-
zung der Schulgrammatik bedarf. —
Nach dem objectiven Satz Verhältnisse kommt die Lehre
von den zusammengesetzten Sätzen. — Ohne hier in das
einzelne einzugehen, dürfen wir von dem Verf. rühmen, dafs
es ihm zuerst gelungen ist, auf eine genügende Weise alle
Arten der zusammengesetzten subordinierten Sätze in der
Art zu zergliedern, dafs der zusammengesetzte Satz in all
seinen Theilen dem unzusammengesetzten Satze völlig confortn
entwickelt und zergliedert wird. —
Den letzten Abschnitt bildet die Wortfolge, die \iel-
leicht besser Wortstellung genannt würde, nachdem der
Verf. in seiner frühem Ausgabe ihr den minder passenden
Namen To pik gegeben hatte. Durch die Methode des Verf.
hat auch dieser Theil der Grammatik sehr wesentliche Auf-
klärung erhalten. Seine in’s Einzelne gehenden Bemerkungen
geben diesem Theile der Grammatik eine Bestimmtheit, welche
früher in demselben durchaus nicht vorhanden war, und es
ist unstreitig, dafs die Art und Weise seiner Erklärungen
auch für andere Sprachen ein entschiedenes Licht zur Auf-
hellung der topischen Verhältnisse der zu einem Satze
verbundenen Wörter enthält. —
Als dritte Abtheilung hat der Verf. versprochen die Or-
thographie nachfolgen zu lassen, und Ref. möchte hier nur
XXXI. Jahrg. 11. Heft. TI
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