Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 31,2.1838

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N°. 63. HEIDELBERGER 1838.
JAHRBÜCHER DER LITERATUR.

Rhetores Graeci ex codicibus Florentinis, Mediolanensibus, Monacensibus,
ISeapolitanis, Parisiensibus, Romanis, Venetis, Taurinensibus et Vin-
dobonensibus emendatiores et auctiores edidit, suis aliorumque annota-
tionibus instruxit, indices locupletissimos adjecit Christianus Walz,
Professor Tubingensis. IX. Poll. Stuttgartiae et Tubingae, sumtibus
J. G. Cottae, MDCCCXXX1I— MDCCCXXXVI. 8 maj. ( S. Jahrbb.
1837. Nr. 24. 25. p. 376 — 387. 1838 p. 861 ff.)
Fortsetzung. Dritter Th eil.
Den dritten Theil, der die selbstständigen Schriftsteller
über rhetorische Materien enthalten soll, eröffnet 1) Sopaters
Siai^saiq Vol. VIII. p. 1—385. Da hier nicht Ein
Begriff in seine Theile oder Arten getheilt wird, sondern
viele einzelne ^r^ara in ihre xecpdkaia, und diese wieder
eig rd xaSexaora iy\g vkr\g nach Vol. IV. p. 625, lind da am
Schlüsse des Werkes sich ausdrücklich die Worte finden:
xikog Töiv tov 'Zvndxpov diOupecreav tjpdxcov, SO ist VOn
anderer Seite schon mit Recht bemerkt worden, dafs der Ti-
tel richtiger lauten würde: diaipeoeig ^xr^drcou, und so fin-
det er sich auch bereits bei Fabricius Bibi. Gr. T. IV. p. 457
und bei Ernesti Technol. Graec. rhetor. Praef. p. XIX an-
gegeben. Verfasser ist derselbe Sopater, von dessen Com-
mentar zu Hermogen'es Schrift -nepl (naaeav beim vierten
und fünften Bande die Rede war. Hier giebt er eine prak-
tische Anwendung der dort besprochenen Theorie nur nicht
auf wirkliche Fälle, sondern auf Schulfragen, an denen sich
zu seiner Zeit die Kunst der Rhetoren allein noch übte. Diese
Anwendung, für seinen Sohn Carponianus geschrieben, ist
im Ganzen sein eigenes Werk 5 doch nimmt er darauf Rück-
sicht , wie Andere vor ihm ähnliche Fragen behandelt haben.
Er nennt in dieser Beziehung von früheren Sophisten den
Himerius, Polerao; von Rhetoren den Metrophanes, Minucia-
nus und Porphyrius. Die Schrift erhält um so gröfsere Be-
deutung für uns durch den Umstand, dafs wir sonst kein ande-
res Werk dieser Gattung von einem Griechen besitzen. Leider
ist der Text derselben bei Aldus und bei dem Herausgeber sehr
verdorben. Statt an die Quelle zu gehen und die Mediceische
Handschrift zu vergleichen, in welcher wir ohne Zweifel das
XXXI. Jahrg. 10. Heft. 63
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