Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 31,2.1838

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Wachler: Lehrbuch der Geschichte.

befindet sich das kleine Männchen von Bronce, welches durch
seine originelle (nein, vielmehr ganz gewöhnliche und natür-
liche) Unanständigkeit so berühmt geworden ist.u Dana fügt
er nach vielem Lobe mit graziösem Lächeln und ungemein
zierlicher Verbeugung gegen sein allerliebstes Publikum S. 30
die lieben Worte hinzu: aber wahr ist es, er könne bei al-
len diesen Vorzügen decenter seyn und brauchte norddeut-
schen Theegesellschaften, die von ihm hören, kein Ärgernifs
zu geben. Ref. hat das Jauchen pifst (denn von diesem
ist die Rede) in Brüssel ebenfalls gesehen; er hätte aber
nicht gedacht, dafs ein deutscher Reisebeschreiber es so noth-
wendig in seine Reisebeschreibung aufnehmen müsse , dafs er
genöthigt sey, sein ganzes Talent aufzubieten, um den ei-
gentlichen Namen zu verstecken.
Aber Ref. merkt, dafs er dem interessanten Reisenden
schon zu lange gefolgt ist, er fügt daher nur noch die leicht
zu verbürgende Versicherung hinzu, dafs Alles in dem Bu-
che von gleicher Wichtigkeit ist, wie das Angeführte, und
dafs die Mitte und das Ende des Buchs dem Anfänge dessel-
ben vollkommen entsprechen.
1. Ludwig Wächters Lehrbuch der Geschichte zum Gebrauch für höhere
Unterrichtsanstalten. Sechste vermehrte u. verbesserte Aufl Breslau,
bei Grafs, Barth Sf Comp. 1838. 360 S. 8.
2. Geschichte der Reformation für Bürger- und Landschulen, von Jvh.
Gott fr. Melos, herausgeg. von Fr. W. Rothe, Cand. theol. Fünfte
verb. u. verm. Auft. Berlin u. Züllichau, Eyssenhardt. 1837. 156 S. 8.
3. Allgemeine IVeltgeschichte für alle Stände, mit besonderer Rücksicht
auf die Geschichte der Religionen sowie auf das Bedürfnifs der Jugend
beiderlei Geschlechts, bearbeitet und bis auf das Jahr 1835 fortgesetzt
von Ludwig Bauer, Prof, am königl. Catharineum. Dritter Band.
Stuttgart, Chr. Belser. 1838. 768 S.
Ref. kann No. 1, die letzte Arbeit seines verstorbenen
Freundes Wachler, nicht ohne eine gewisse Rührung anzei-
gen, wenn er daran denkt, wie allmählig der Tod alle seine
wenig älteren oder ihm an Alter gleichen Freunde hinweg-
rafft, und er sich nach und nach vergebens nach den Erfahr-
nen zu einer Zeit mit ihm erwachsenen Gleichgesinnten um-
sieht. Die Vorrede der sechsten Auflage dieses bewährten
Compendiums ist noch im März 1838 von dem todtkranken,
würdigen Manne unterzeichnet, und er hat es im Laufe des
Drucks, trotz der schmerzlichen Krankheit, noch immer mit
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