Wagner, Heinrich
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Oberhessen: Kreis Büdingen — Darmstadt, 1890

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EINLEITUNG

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des Kreises Beziehungen zu den Bauhütten von Arnsburg, Friedberg und Schotten
erkennbar. Sehr ansehnliche Baudenkmäler hat die romanische Architektur mit
dem Kloster Konradsdorf, die frühgotische mit der Kirche zu Geisnidda und
dem Kloster Marienborn, der spätere gotische Stil mit der Kirche zu Hirzenhain
geschaffen. Von Wehrbauten sind, ausser denen zu Büdingen, aus älterer mittel-
alterlicher Zeit die Burg Lissberg, aus jüngerer die Ronneburg zu nennen. Letztere
ist noch während des 16. Jahrhunderts beträchtlich erweitert und grossenteils neu
gebaut worden. Die Renaissance schuf in der Gegend viele, aber meist kleinere
Werke; weniger zahlreich sind die der Barock- und Rokoko-Zeit; keines
derselben ist von solcher Bedeutung, dass es an dieser Stelle besonders hervor-
zuheben wäre.

Von den 104 Gemarkungen des Kreises, der zum Zweck der Beschreibung Orte ohne

bemerkenswerthe

nach allen Richtungen durchforscht wurde, können natürlich nur diejenigen Orte k unstdenkraäler
näher besprochen werden, die kunstgesclr'chtlich bemerkenswert sind. Viele Plätze
blieben von der Kunst ganz unberührt; manche haben weder Kirche oder Kapelle,
noch andere öffentliche Gebäude; oder wenn solches der Fall ist, so sind sie oft,
gleich wie etwaige sonstige Bauwerke, unbedeutender Art, mitunter erst in diesem
Jahrhundert vollständig neu erbaut und dcsshalb schon ausserhalb des Rahmens,
der dieser Beschreibung zugemessen ist. Damit dieser nicht überschritten werde,
musste auch manches vereinzelt vorkommende Merkmal vergangenen Kunstschaffens
übergangen werden.

Aus diesen Gründen sind in der nachfolgenden Beschreibung , ausser
20 Waldgemarkungen, Ortsbezirken, Höfen u. dergk, nicht enthalten die weiteren
40 Gemarkungen: Alt-Wiedermus, Bellmuth, Bergheimf, Bindsachsenf, Bleichenbachf,
Bobenhausen I, Bösgesäss, Borsdorf f, Büches, Calbach, Diebach am Haag, Dudenrod,
Eckartsborn, Gelnhaar Domanialf, Gelnhaar Ysenburg, HaingründauJ, Pleegheimf,
Himbach, Illnhausen, Kefenrod f, Kohden mit Salzhausen, Merkenfritz, Michelau,
Michelnau, Mittelgründau (preuss. Pfarrei Berg), Nieder-Mockstadt, Oberauf,
Orleshausen, Pferdsbach, Ranstadtf, Rodenbach!, Rohrbachf, Rommelhausen 7,
Stockheim f, Unter-Schmitten, Unter-Widdersheim, Vonhausen, Wallernhausen f,
Wippenbach, Wolf f.

Von diesen Ortschaften haben die mit f bezeichneten eigene Kirchen.
Diejenigen zu Borsdorf, Oberau, Rohrbach stammen aus diesem Jahrhundert,
alle übrigen aus dem Anfang oder aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts und
sind fast durchweg von gleicher typischer Einförmigkeit: Ein schlichtes, meist
nüchternes Langhaus, über dem Giebel der Hauptschauseite ein Türmchen, das
nach oben in die achteckige Form überzugehen und enger zu werden, sowie mit
zwiebeiförmigem Dachhelm bedeckt zu sein pflegt. Eine dieser Kirchen ist unter
Langenbergheim als typisches Beispiel abgebildet. Von den anderen hier nicht
beschriebenen Kirchen sind die Glocken, soweit solche vor dem ig. Jahrhundert
entstanden, in der im Anhang enthaltenen Glockenschau des ganzen Kreises mit
verzeichnet.

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