Wagner, Heinrich
Kunstdenkmäler im Grossherzogthum Hessen: Inventarisirung und beschreibende Darstellung der Werke der Architektur, Plastik, Malerei und des Kunstgewerbes bis zum Schluss des XVIII. Jahrhunderts: Provinz Oberhessen: Kreis Büdingen — Darmstadt, 1890

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OBER-WIDDERSHEIM

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gehörte von Allers her bis in die Neuzeit zur Mark Berstadt *) und erscheint seit
mindestens 1258 als ein mit der Grafschaft Nidda verbundenes, fuldisches Lehen
der Grafen von Ziegenhain, von welchen Widdersheim mit ihren übrigen Be-
sitzungen 1450 an den Landgrafen von Hessen gelangte.

Von der Pfarrkirche zu Ober-Widdersheim finden sich ausser der obigen Kirchs
urkundlichen Erwähnung von 1318**) und dem Eintrag in den Registern des
Marienstiftes zu den Greden in Mainz, keine früheren Nachrichten. Das Patronat
derselben hatte der Abt zu Fulda. Die Kirche besass einen der h. Jungfrau Maria
geweihten Altar, den 1460 Konrad Beizer, Pfarrer zu Echzell, stiftete.

Die Kirche, welche auf einer Anhöhe in schöner landschaftlicher Umgebung
liegt (Fig. 113), besteht aus dem Langhaus, dem ebenso breiten, quadratischen
Chor, welche zusammen 1,95 m lang, 7,5 m breit und mit einem hohen Satteldach
überdeckt sind, sowie dem steinernen Turm von rund 6 m im Geviert, welcher der
Nordseite des Schiffes angebaut ist. Das Bauwerk stammt in der Hauptsache noch
aus ziemlich früher, mittelalterlicher Zeit. Der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts

*) Landau, Ticschr. d. Gaues Wettcrciba, S. 18. — Wenck, Hess. Landesgesch. II, U. B. S. 185 u. 270.
**) Gro=sh. Haus- u. Staats-Arcb. Orig. Urk. über Nidda. — Würdtwein, Dioec. Mog. III, S. 95. — Pfarr-
amts-Akten.
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