Mader, Felix [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,10): Bezirksamt Kemnath — München, 1907

Page: 7
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdkb_kemnath/0017
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Einleitung.

7

und Georg als gemeinsamen Besitzern von Parkstein-Weiden zu dieser Herrschaft
Altenstadt, Siegharts (= Siegritz), Thumsenreuth, Krummenaab, Grub und Wellen-
reuth (= Wildenreuth) zugeteilt werden solle (Reichsarchiv München, Urkk. Grafen-
wöhr, Landgericht, Fasz. i. — Kreisarchiv Amberg, Kopie, Urk. St. E. 1427.)
Uber die Schicksale des zum gemeinschaftlichen Amt Parkstein-Weiden gehörigen
Teiles in unserem Gebiet in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts findet sich
Näheres in der Einleitung zu Heft IX, S. 6f. Infolge des Kölner Spruches kam 1505
der zuvor niederbayerische Halbteil des Amtes zur sog. Jungen Pfalz, zum neu-
gebildeten Herzogtum Pfalz-Neuburg, also die Orte Erbendorf, Altenstadt, Thumsenreuth,
Wildenreuth etc. Es ist demnach in der Folge zwischen einem kurpfälzischen und
pfalzneuburgischen Halbteil dieser Herrschaft zu unterscheiden. Uber die Besitz-
veränderungen im pfalzneuburgischen Halbteil während des 16. Jahrhunderts vgl.
Einleitung zu Heft IX, S. 8.
Im Kurpräzipuum ist außer einer unwesentlichen Grenzregulierung mit Branden-
burg-Kulmbach im Jahre 1536 (vgl. Oberpfälzisches Wochenblatt 1802, S. 295 ff.) kein
politisches Ereignis zu melden, das außer den Rahmen der kurpfälzischen Geschichte
fiele. Dagegen brachte das 16. Jahrhundert unserem ganzen Gebiet einschneidende Er-
eignisse mit den wiederholten Religionswechsel, der von den Fürsten nach ihrem
jeweiligen Bekenntnis durchgeführt wurde. (Vgl. dazu die Karte »Kirchliche Ein-
teilung der kurpfälzischen Gebiete in der oberen Pfalz 1621—1648« von Hugo Graf
von Walderdorff, beigegeben der Abhandlung von Fr. Lippert, die Pfarreien und
Schulen der Oberpfalz kurpfälzischen Anteils 1621—1648, VO. LIII [1901]).
Unter Kurfürst Friedrich V. begann für die Oberpfalz die schwere Zeit des
Dreißigjährigen Krieges. Nachdem der Kurfürst die Schlacht am weißen Berg am
8. Nov. 1620 verloren hatte, wurde er in die Reichsacht erklärt und mit deren Voll-
streckung für das Gebiet der Oberpfalz Herzog Maximilian I. von Bayern beauftragt.
1628 erhielt Maximilian vom Kaiser die Oberpfalz als Entschädigung für die erwach-
senen Kriegskosten mit Ausnahme der pfalzneuburgischen Ämter Parkstein-Weiden,
Pleistein, also unser ganzes Gebiet, von der zu Parkstein gehörigen Gegend um
Erbendorf abgesehen.
Unter Maximilian erfolgte die Durchführung der Gegenreformation. Ver-
schiedene protestantische Adelige zogen die Auswanderung vor (seit 1629). Des-
gleichen war Herzog Wolfgang Wilhelm von Neuburg bei seinem Bruder August,
der nach Philipp Ludwigs Tod 1614 den neuburgischen Anteil am Amte Parkstein
unter neuburgischer Oberhoheit erhalten hatte, für die Wiederherstellung der katho-
lischen Religion tätig.
Die schwersten Kriegsjahre für die Oberpfalz waren 1632—1634 und schließlich
noch 1648. Am 12. März 1634 übergab Hauptmann Ronyer Kemnath nach kurzer
Beschießung dem Herzog Bernhard von Weimar (VO. XLVII, i8f.), doch wurde die
Stadt schon am 27. August desselben Jahres vom General von der Wahl wieder
zurückerobert. Auf seinem weiteren Zuge belagerte Bernhard von Weimar 1634 auch
die Bergfeste Waldeck, aber ohne Erfolg. Dagegen mußte sich dieselbe am
15. Juli 1648 dem sie belagernden Obersten Penzen von der Armee des Grafen
Königsmark ergeben. Der Krieg hatte auch unserem Gebiete schwere Wunden
loading ...