Mader, Felix [Editor]; Bayern / Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten [Editor]
Kunstdenkmäler des Königreichs Bayern (2,10): Bezirksamt Kemnath — München, 1907

Page: 70
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X. B.-A. Kemnath.

Kirche. Windisch zu Erbendorf (vgl. S. 13 und S. 61) ein Positiv zu 25 fl. abgekauft. (Kreis-
archiv Amberg, Amt Waldeck, 50/1, f. 9b.)
Die jetzige Kirche 1717 laut Baudatum am Portal neu errichtet. Ebenda
Ehewappen Sparneck-Perglas.
Eingezogener, halbrunder Chor mit Tonne und Stichkappen. Schiff zu zwei
Fensterachsen mit Tonne und Stichkappen. Sakristei nördlich vom Chor. Turm
mit Kuppeldach der Westfassade vorgelegt.
Im Schiff zwei Deckengemälde. Restauriert.
Hochaltar. Hochaltar. Monstranzenförmiges Akanthusschnitzwerk ohne architektonische
das Hauptbild neu. Tabernakel und
Antependium neu im Stile des Ganzen.
Prächtige Wirkung. (Fig. 52.)
N e b e n a 11 a r. In der Art des
Hochaltares mit Statue der Immakulata
in Muschelnische. Vorzügliche Arbeit.
(Uber diesen in der Oberpfalz und
Böhmen häufigen Typus vgl. S. 13 und
Kunstdenkmäler der Oberpfalz, Heft IV,
B.-A. Parsberg, S. 254; Heft VIII, B.-A.
Vohenstrauß, S. 134; Heft IX, B.-A.
Neustadt a. W.-N., S. 116 f.)
Kanzel. Dem Seitenaltar gegen-
über. Mit reichem Akanthusschmuck.
An der Brüstung die Büstenreliefs der
vier Evangelisten. Wolkensockel mit
Engelköpfen. Auf dem Schalldeckel
Engel. Gut. (Fig. 53-)
Orgelgehäuse. Bewegte Barockformen. Akanthusranken und zwei musi-
zierende Engel. Gut.
Stuhlwangen. Reiche Akanthusschnitzereien.
Grabsteine. Grabsteine. 1. Hans Christoph Erdmann von Sparneck und Weißdorf auf
Reuth, Guttenthau, Püchersreuth, Weyer und Kemnath, geb. 9. Jan. 1635, 7 15. Juli 1713.
Mit Wappen der Sparneck. FI. 1,80, Br. 0,97 m. — 2. Anna Barbara von Sparneck,
geb. v. Gravenreut, geb. 13. Juni 1646, f 16. Febr. 1699. Mit Wappen der Gravenreut.
Maße wie vorher. — 3. Johann Christian Ernst von Sparneck und Weißdorf, Herr
auf Reuth, Rittmeister, geb. 19. Okt. 1682, f 9. Mai 1722. H. 1,65, Br. 0,80 m.
Monstranz. Vergoldetes Kupfer und Silber. Klassizistisch. Weinlaub-
kranz um das Gehäuse mit Madonna und Engelchen.
Kelch. Silber, teilvergoldet. Kupa mit Uberfang. Vasennodus. Um 1670.
Beschauzeichen Regensburg. Meistermarke H im Rund.
Schloß. SCHLOSS. Zum erstenmal 1337 als Besitz der Trautenberger genannt.
1602 folgen auf die Trautenberger die Unruh, 1628 die von Sparneck. Nach deren
Aussterben 1744 Joh. Franz Wenzel Graf v. Kaiserstein, 1769 Graf Leopold
v. Kolowrat. Seit 1772 im Besitze der Frhrn. v. Reitzenstein. (Reitzenstein,
Geschichte der Feste Reuth, S. 13, 47, 67, 70.)
Um 1550 Vergrößerung des ursprünglichen Baues durch Heinrich von Trauten-
berg. (Vgl. Fig. 54) Um 1671 Reparaturen. 1722 brennt das Schloß ab. Gegen
1800 abermaliger Umbau. (Reitzenstein a. a. O., S. 34, 57, 64, 77.) Seine heutige

Gliederung umschließt zwei Bilder, wovon


Fig. 54. Reuth. Ansicht nach Karte Nr. 3x88 (von 1607)
im Reichsarchiv München.
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