Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 5.1904-1905

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matthias grüneValp

ALS MEISTER PER ISENHEIMER ALJARGEMÄLPE

UND IN SEINER VORBILDLICHKEIT FÜR ARNOLD BÖCKLIN K

Von FRITZ BAU MG ARTEN.

( Sch/u ss.)

if wenden uns nun den Einzel-
heiten des Isenheimer Altarwerks zu und
beginnen am besten mit der Ansicht, die
der völlig geöffnete Altar bot (Abb. 4). Die

1 Die meisten Abbildungen zu obigem
Artikel, sind der soeben in Colmar erschienenen
Monographie « der Isenheimer Altar und die Ge-
mälde Grünewalds » von Joseph Fleurent ent-
nommen. Fleurent hat die Frage nach der ur-
sprünglichen Zusammensetzung des Altars nur
gestreift, nicht gelöst. Ueber die Eigenart des
Meisters findet man viele feine Bemerkungen in
der Schrift dieses Colmarer Kunstfreundes. Die
Lichtdrucke, die er bietet, sind nach Photo-
graphien des Notars Hämmerle von Metzer-
wiese hergestellt. Unmittelbar vorher hatte der
Maler Schulthis aus Freiburg die sämtlichen
Bilder einer Reinigung unterzogen. Daher die
grosse Schärfe dieser Aufnahmen Hämmerles, die
manche Einzelheiten erkennen lassen, die man
auf den Photographien von Braun-Dornach ver-
gebens sucht. Wir verdanken der Güte des
Herrn Notars Hämmerle die Möglichkeit, nach
seinen Aufnahmen diese Cliches zu bieten.

hierbei sichtbaren Bildwerke waren der
besonderen Verherrlichung des Kloster-
heiligen Antonius gewidmet.

Über die geschnitzten Gestalten der
Mitte, die in ihrer Art ebenso großartig
und originell sind wie die Gemälde, ist
hier nicht der Ort zu handeln. Sie stammen
sicher nicht von Grünewald, auch nicht
in der Zeichnung Sie sind höchst wahr-
scheinlich etwas älter als die ihnen nach-
träglich angefügten Altarflügel. Der diese
unvergleichlichen Schnitzereien stiftete,
kniet rechts vom heiligen Augustin in
kleiner Figur an den Thronstufen des
Klosterheiligen : die Ordenstracht mit dem
Kreuz, das eigentümlich geformte Barett
in seinen Händen machen ihn als Antoniter
kenntlich. Ich vermute, dass es der Abt
Jean d'Orliac ist, der bis 1490 Prior zu
Isenheim war. Sein Bildnis kennen wir
von einem Schongauer zugeschriebenen
Bilde, auf dem er links unten neben
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