Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 5.1904-1905

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Aus Markolsheim. Museum elsäs-
sischer Altertümer, Strassburg.
Fig. 98. Rheinland. Sammlung Rosenberg.

Fig. 97-

Karolingische Mantelagrafen in Gold mit Filigran und farbigen Glassteinen

PlE Strassburger

HlSTQRISGlE 5(flMUCK-AUSSTElLUNQ

VQN 1904

Von Dr. ROBERT FORRER (Fortsetzung).

Dieselbe Erscheinung, die in jedem
Museum zu beobachten ist : relative Häu-
figkeit von Schmuck der Merovinger- und
Frankenzeit, grösste Seltenheit von
Schmuck des 9.— 13. Jahrhunderts, trat
auch in der Strassburger Schmuckaus-
stellung zutage. Die Ursache dieser Tat-
sache liegt darin, dass bis ungefähr zu
Karls des Grossen Zeiten die Toten mit

ihren Waffen und ihrem vollen Schmuck
bestattet wurden, während von Karl ab
diese Sitte allmählich aufhörte. Karl verbot
sie als heidnische Gewohnheit, vielleicht
aber auch, weil er nicht wollte, dass so
viele Kostbarkeiten, so viel Gold und
Silber seiner Untertanen vergraben, dem
Umlauf und dem Nationalvermögen ent-
zogen würden. Tatsächlich sind die Gräber

99. 100. ior.

Fig. 99—101. Romanischer Schmuck. XII. und XIII. Jahrhundert
99. Französischer Kupfer-vergoldeter Pektoralanhänger mit blau emailliertem Drachen, auf Goldgrund. — 100. Kupfer-vergoldetc
Buckel-Agrafe mit Drachen und Perlen. Aus Stein a. Rh. — 101. Bronzenes Gürtelbeschläg aus Strassburg.
99. u. 100. Sammlung Dr. Forrer. — 101. Museum elsässischer Altertümer.

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