Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 5.1904-1905

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Türbeschläg-. Schülerkonkurrenzarbeit der Schlosser-Abteilung
der Strassburger Kunstgewerbeschule, nnnonnnnnnnon

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GEGEN KUNST UNP KUNSTGEWERBE

Von Professor L. (ELENHEINZ, Coburg.

l/eftiger als je ist in den letzten
Jahren die Erörterung über den Unter-
richt an Baugewerkschulen geführt wor-
den. Ein Reformvorschlag nach dem an-
dern wird gemacht, man versucht dies und
jenes und nun soll vieles wesentlich anders
werden, in Preussen wenigstens. Beein-
flußt offenbar durch die Bestrebungen
derer, die der Kunsterziehung, auch dem
Heimatschutz, das Wort reden, werden
von den Umgestaltungen namentlich die
Eächer betroffen, die mit Kunst und
Kunstgewerbe in Beziehung stehen.
Grund für die Änderungen ist aber auch
die Erkenntnis, daß in unserem länd-
lichen Bauwesen und in dem durch
Maurer- und « Bau »-meister 1 oder Bau-
unternehmer ausgeführten Wohnbau un-
serer Städte, namentlich der kleineren,

1 So heißen sich in vielen Gegenden die
Maurermeister pp.

— ebenda wo kein gebildeter Architekt2
zu Bauentwürfen und der oberen Lei-
tung der Ausführung3 vom Bauherrn
zugezogen wird, — der Bau von Woh-
nungen meist allen Regeln des Ge-
schmacks1 Hohn spricht. Man glaubt,
daß es namentlich an der mangelhaften

2 Architekt kann sich ja heute noch jeder
nennen «der in selbständiger Lebensstellung Ent-
würfe für Hochbauten anfertigt... soweit darin
ein höheres künstlerisches Schaffen liegt. Die An-
sprüche an das höhere künstlerische Schaffen dür-
fen dabei nicht überspannt werden.» i. Deutsche
Bauzeitung 1905, Nr. 36 S. 224. — Das bedeutet
aber bei der Durchschnittsbildung unserer Rich-
ter sogut wie keinen Schutz.

3 Darunter ist nicht „Bauunternehmung" zu
verstehen, S. I § 1 der Gebührenordnung der
Architekten und Ingenieure. Aufgestellt vom
Verband pp. 1901.

4 Aber meist auch dem gesunden Verstand
und damit der Wii tschaftlichkeit.
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