Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 5.1904-1905

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Weltausstellung

in St. IgUIS 1904.

Rechenschaftsberichte geben sich zu-
meist recht trocken und langweilig,
wenn sie in amtlicher Sachlichkeit die
statistischen und sonst offenkundigen Er-
gebnisse einer Ausstellung und mögen
es auch die einer Weltausstellung sein,
nüchtern verkünden. Anders steht es mit
Berichten, die ihren offiziellen Charakter
dadurch verschleiert zur Schau tragen,
daß ihr Verfasser eine Persönlichkeit in
verantwortlicher offizieller Stellung ist
und kaum in der breiten Öffentlichkeit
eine andere Anschauung zu vertreten ge-
neigt sein dürfte, als eben die «oben»
herrschende. Hermann Muthesius ist unsern
Lesern vorteilhaft bekannt als ein eminent
tüchtiger Kenner des englischen Lebens
und des englischen Kunstgewerbes, als
ein klarer, zielbewußter Vorkämpfer für
die Reorganisation der Kunsterziehung
und des künstlerischen Unterrichts und als ein gewichtiger Vertreter der modernen
Bewegung auf dem Gebiete des gesamten Kunstgewerbes. Regierungsrat Dr. Muthe-
sius hat nun in einer aus der Zeitschrift: «Deutsche Kunst und Dekoration» abge-
druckten kleinen Broschüre das Wort über die Wohnungskunst in St. Louis ergriffen,
und wir sind gespannt, seine Wahrnehmungen kennen zu lernen.

In den Worten, mit denen vor einigen Jahren der erstaunten Welt die erste
Ausstellung der Künstler-Kolonie in Darmstadt angekündigt wurde, in jenen denk-
würdigen vier Worten: «Ein Dokument deutscher Kunst» muß doch eine uner-
schöpfliche Weisheit verborgen liegen, weil auch Muthesius seinen Aufsatz mit
ihnen einleitet. Sie sind für ihn wohl der Schlüssel zu den erstaunlichsten Begeben-

ständer in Schmiedeeisen. Schlosser-Abteilung
der Strassburger Kunstgewerbeschule, o o o o n
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