Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Hrsg.]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 52.1901-1902

Seite: 166
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Kleine Nachrichten.

28t «. 282. l)l. Barbara, Modellskizzen von Arthur Storch, tNüncheu. .r-

Gegenteil, mau darf getrost sagen, daß ausgesprochen
minderwertige Arbeitet! trotz der ziemlich zahlreichen
Beteiligung nicht zu finden waren. Der Gesamt-
eindruck der beiden Aale war ein sehr erfreulicher
und ein für Lehrer und Schüler gleich günstiger. H.

(Meine Nachrichten.

(Vereine, Museen, Schuten, Äussiettungen,
MettöewerKe <rc.

u der neuen Runstrede des Kaisers, die er
gelegentlich der Enthüllung eines großen Glas-
gemäldes im Kunstgewerbemuseum gehalten hat, und
worin er u. a. von den Gegenständen des täglichen
Gebrauches sagte, »daß sich die künstlerische Horm
stets wieder anlehnt an das bewährte Schöne, was
aus früheren Jahrhunderten überliefert ist«, bemerkt
„Die Werkstatt der Kunst": „Das künstlerische Schaffen,
das sich stets wieder atilehnt an das Schaffen ver-
gangener Jahrhunderte, ist kein freies Schaffen,

sondern ein Imitieren. Gerade das Imitieren der
Schöpfungen vergangener Zeiten, das im letzten
Jahrhundert üblich war, gerade die scheinbar
künstlerische Verwendung künstlerischer Wotive ver-
gangener Zeiten hat unsere Kunst und unser Kunst-
gewerbe besonders auf den beschämenden Tiefstand
gebracht, den wir mit allen Kräften zu überwinden
uns heute bemühen. Der Kaiser empfiehlt also als
Alittel zur Hebung unserer Kunst (und unseres Kunst-
gewerbes) den Weg, auf dem dieselbe zu völliger
Entkräftung, zu völliger Degeneration gelangte."

„Einen weiteren logischen Widerspruch enthalten
die Worte: »And so spreche Ich von ganzem Kerzen
den Wunsch für dieses hervorragende bfaus ..... aus,

. . . . . daß des Volkes Geschmack, sein Vergnügen
und seine Freude am Schönen von hier aus gepflegt
und angeregt werde, damit..... wir auch wieder auf
die Stufe uns erheben, auf der unsere Väter vor
Jahrhunderten standen.«"

„Die Kultur früherer Jahrhunderte erhob sich
aber nicht auf ihre künstlerische Aöhe durch göttliche

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