Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 52.1901-1902

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<!I)tomf des Bayer. Aunstgewerbevereins.

599. Schabloniertes Wandmuster van Jacobs 6c Aainz,
München.

und es wirkt ungemein wohlthuend, gerude von
kirchlicher Leite die wertvollen künstlerischen Errun-
genschaften des abgelaufenen Jahrhunderts voll an-
erkannt zu sehen. — Der Hauptwerk der Iahres-
mappe beruht allerdings — wie von jeher — in
ihrem Bildmaterial, worin die Architektur durch 3,
die Plastik durch 6, die Walerei durch 5 Namen
vertreten ist. Die letztere hat ohne Zweifel das Be-
deutfamste beigesteuert; namentlich das Bild des
hl. Valentin von I. Weidmann und noch mehr die
beiden Bilder von Gabr. Hackl — die hl. drei Aönige
und Lt. Vincenz von Paula — geben vollgültiges
Zeugnis von dem hohen Standpunkt der modernen

Aunst, aber auch von der Versöhnbarkeit der letzteren
und all ihrer darstellerischen Errungenschaften mit
dem Geist wahrer religiöser Innerlichkeit. Die letzt-
genannten Bilder mit ihrem urdeutschen Empfinden
verlohnen allein schon den Erwerb der ganzen Samm-
lung zumal sie als Heliogravüren auch einen treff-
lichen Wandschmuck abgeben würden. Wir glauben,
daß die Gesellschaft durch keine Wittel besser für ihre
Bestrebungen werben könnte, als wenn sie den Aunst-
freunden die Möglichkeit böte, auch einzelne für Wand-
schmuck geeignete Blätter zu erwerben. 6.

Nene Einläufe (Besprechung Vorbehalten):

Or. Ulrich Diein, Didaktik und tNerhodik des elemen-
taren Freihandzeichnens. — Der Lehrplan. ;,so M. Gtto
Maier, Ravensburg.

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Rudolf v. Seitz - Leier. Am ;s. Juni d. J. vollendete
Prof. Rud. v. Seitz sein 60. Lebensjahr. Dem allem großen
Gethne abholden Sinn des Jubilars hätte eine größere, der
Allgemeinheit der Vereinsmitglieder zugängliche Feier wenig
entsprochen und so lud der Vereinsvorstand, Prof. Fricdr.
v. Thiersch, die Ausschußmitglieder nebst deren Gattinnen und
noch einige andere Freunde des Jubilars zu sich zu Gast, um
in engem Areis, in dem herrlichen Garten und in den trau-
lichen Räumen seines eigenen ff ei ms dem allverehrten Ehren-
mitglied des Vereins die verdiente ffnldigung darzubringen.
Dem bescheidenen Wesen des Jubilars würde eine breitere
Darlegung der Feier nicht entsprechen; das aber darf nicht un-
ausgesprochen bleiben, daß die ganze Veranstaltung so recht
voir jenem Familiengeist getragen war, welcher die feste Grund-
lage des intimen Verhältnisses zwischen dem Verein und seinem
Vorstand bildet. Möge dies noch lange so bleiben.

Zum dritten Male innerhalb Jahresfrist hat der
Verein den Verlust eines seiner Ehrenmitglieder zu
beklagen.

Geheimrat und Agl. llniversitätsprofessor

Df. AonraL v. (Maurer

ist in der Nacht vom >5. zum ;6. September im
achtzigsten Lebensjahre nach langem Leiden verschieden.

Schon im Gründungsjahr des Vereins war der
verstorbene — einer Aufforderung des ihm befreun-
deten Malers ffermann Dyck folgend — dem Verein
beigetreten, und über ein halbes Jahrhundert hin-
durch hat er demselben die Treue gehalten. Zum
Dank dafür wurde er anläßlich des letztjährigen
Jubelfestes in die Reihe der Ehrenmitglieder des
Vereins ausgenommen.

R. I. P.

verantw. Red.: Prof. £. Gmelin. — Herausgegeben vom Bayer. Aunftgewerbeverein. — Druck und Verlag von R. wldenbourg, München.
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