Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 52.1901-1902

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vom Büchermarkt.

(Vom Kücßermarßi.

obel, 20 Blatt, Entwurf int Blaßstab I: O von
Ad. Beuhne, Oberlehrer an der staatlichen
Kunstgewerbeschule in Hamburg. — Hamburg, Boy-
sen 6c Mansch. Preis ^3 Al.

Seit die alten Stile ihr Ansehen von ehedem
verloren haben, sind zahlreiche jüngere Kräfte eifrig
an der Arbeit, um für den unselbständigen Hand-
werker Vorlagen zu schaffen; daß bei der Eile, mit
der dies geschehen muß, viel Anverdautes auf den
Alarkt kommt, ist erklärlich. Auch die vorliegendeit
Blätter von Beuhne sind davon nicht ganz frei ge-
blieben ; aber es darf anerkannt werden, daß sie sich
von den anderwärts so häufigen Ausschreitungen
freihalten. Den Forderungen des polzes ist durch-
gehends Rechnung getragen; daß einzelne Möbel in
Bau und Durchbildung an Aimmermannsarbeit er-
innern, daß bisweilen ein angebrachtes Blumenorna-
ment zu groß ausgefallen ist, rührt zumeist von der
Vorliebe des Herausgebers für die altnordischen polz-
künste her, deren derbe aber charaktervolle Meise fast
bei jedem Blatt auftaucht, manchmal sogar zur
ununtschräitkten Herrin erhobeit wird. - Von be-
sonderem Vorteil ist es, daß alle Darstellungen im
Maßstab \ : s0 gehalten sind. Von dem kernigen

gesunden Strich, mit dem alles vorgetragen ist, gibt
der mit Erlaubnis des Verlegers in starker Verklei-
nerung oben abgedruckte ‘Kamin eine genügende
Vorstellung. G.

gon Heßlmg, Dekorative und monumentale
Malereien zeitgenössischer Meister; eine Samm-
lmtg hervorragender Arbeiten des In- und Auslaitdes
nach photographischen Ausnahmen mit kurzen bio-
graphischen und erläuternden Angaben. I. und
II. Lieferung, je Lichtdrucktafeln. Verlag: Bruno
peßling, Berlin SA). — Preis der Lieferung 2\ Mk.

Dem Herausgeber schwebte bei Zusammenstellung
des Merkes die. Idee vor, „ein möglichst untfassendes
Gesamtbild unserer heutigen Monumentalmalerei zu
bieten; der Kunst, die in oder an unseren Bauten
die Wände durch Gemälde schmückt, anstatt diese hin-
wegzutäuschen. Mb sie große oder kleine Flächen ein-
nehmen möge, so muß sie vor allem dekorativ wirken
und sie muß sich in ihrer ganzen Wirkung mit ihrer
Umgebung im Einklang befinden". Das ist für eine
solche Sammlung der einzig richtige Standpunkt;
wenn dem gegenüber nicht alle der Santmlung ein-
verleibten Blätter dieser Forderung entsprechen, so ist
das sehr wohl mit den Schwierigkeiten zu entschul-
digen, die sich der Durchführung eines solchen Vor-

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