in seinem Kabinet der Wunsch nach einem seiner
Hauptbilder, etwa nach dem Mädchen im karrierten
Kleid nicht beschwichtigen lassen will.
In den Räumen der Städte und Landbezirke
rinden sich überall wesentliche Werke der nicht
äusserlich, sondern innerlich richtunggebenden
Künstler. Nur Hamburg ist leider gar nicht ver-
treten. Lichtwark hält seinen Besitz anscheinend
sehr fest. Und doch könnte auch für ihn ein
ben aus dem Lebenswerk Schwinds und der naza-
renisch strenge Porträtkopf eines unbekannten
Meisters veranschaulichen den Geist der Wiener
Schule in eindrucksvollster Weise. Weimar wird
würdig vertreten durch den einfach kräftigen
Gleichen-Russwurm und durch den Idylliker mit
den Impressionistenaugen, den unglücklichen Pfad-
sucher Buchholz; die Frankfurter Gegend durch
Hausmann, den Emil SchaefFer neulich in einem
PAUL CEZANNE, STILLEBEN
Austausch vorteilhaft werden. Dresden wird un-"
übertrefflich repräsentiert durch Rayskis bestes
Bild, das Porträt des jungen Grafen Einsiedel, von
dem Müller-Kaboth hier neulich nicht zuviel ge-
rühmt hat, und durch ein schönes Ensemble von
Werken des zugewanderten Caspar David Friedrich.
Einige der meisterlichsten Werke Waldmüllers, ein
gutes Architekturbild von R. von Alt, die bekannte
liebliche Idylle Erasmus Engerts, ein eindrucksvolles
Kinderporträt von Steinle, glücklich gewählte Pro-
klugen und feinen Buch unserer herzlichen Sym-
pathie gerettet hat*, durch Dressler und vor allem
durch den am Beispiel der Fontainebleauer zu be-
scheidener aber sicherer Meisterschaft gereiften
Landschafter Burnitz; und der bedenkliche Akade-
mieruf Düsseldorfs endlich wird in gemütlicher
Weise rehabilitiert durch die Hogarthsche Laune
Hasenclevers, durch Beispiele einer tüchtigen male-
*) Friedrich Karl Hausmann, ein deutsches Künstlerschick-
sal. Julius Bard, Berlin.
200
Hauptbilder, etwa nach dem Mädchen im karrierten
Kleid nicht beschwichtigen lassen will.
In den Räumen der Städte und Landbezirke
rinden sich überall wesentliche Werke der nicht
äusserlich, sondern innerlich richtunggebenden
Künstler. Nur Hamburg ist leider gar nicht ver-
treten. Lichtwark hält seinen Besitz anscheinend
sehr fest. Und doch könnte auch für ihn ein
ben aus dem Lebenswerk Schwinds und der naza-
renisch strenge Porträtkopf eines unbekannten
Meisters veranschaulichen den Geist der Wiener
Schule in eindrucksvollster Weise. Weimar wird
würdig vertreten durch den einfach kräftigen
Gleichen-Russwurm und durch den Idylliker mit
den Impressionistenaugen, den unglücklichen Pfad-
sucher Buchholz; die Frankfurter Gegend durch
Hausmann, den Emil SchaefFer neulich in einem
PAUL CEZANNE, STILLEBEN
Austausch vorteilhaft werden. Dresden wird un-"
übertrefflich repräsentiert durch Rayskis bestes
Bild, das Porträt des jungen Grafen Einsiedel, von
dem Müller-Kaboth hier neulich nicht zuviel ge-
rühmt hat, und durch ein schönes Ensemble von
Werken des zugewanderten Caspar David Friedrich.
Einige der meisterlichsten Werke Waldmüllers, ein
gutes Architekturbild von R. von Alt, die bekannte
liebliche Idylle Erasmus Engerts, ein eindrucksvolles
Kinderporträt von Steinle, glücklich gewählte Pro-
klugen und feinen Buch unserer herzlichen Sym-
pathie gerettet hat*, durch Dressler und vor allem
durch den am Beispiel der Fontainebleauer zu be-
scheidener aber sicherer Meisterschaft gereiften
Landschafter Burnitz; und der bedenkliche Akade-
mieruf Düsseldorfs endlich wird in gemütlicher
Weise rehabilitiert durch die Hogarthsche Laune
Hasenclevers, durch Beispiele einer tüchtigen male-
*) Friedrich Karl Hausmann, ein deutsches Künstlerschick-
sal. Julius Bard, Berlin.
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