Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 18.1893

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Grabstein mit lutrophorös

Dass Grabsteine, welche aus Anlass des Todes eines einzel-
nen Familiengliedes gesetzt waren, später auch die Namen
anderer Verwandten aufnahmen, ist eine in Athen vielfach
und leicht zu beobachtende Thatsache; selbst wenn der Grab-
stein durch die Darstellung einer Lutropboros als der eines
Unverheirateten charakterisirt war, bat man sich vor solchen
Nachträgen nicht gescheut1. Dafür ist kürzlich ein besonders
schlagender Beleg gefunden worden, ich meine das im Δελτίον
1892 S. 40 veröffentlichte Grabmal aus Kephisia. Es ist eine
bis zu 0,46'u breite, l,25ra hohe Stele mit flachem Giebel,
welche folgende Inschrift trägt:
ΑΡΙΣΤΟΔΗΜΟΝ
ΑΜΥΝΟΜΕΝΟΥ
k Η φ I Σ I E Υ Σ
ΣΜ Q I Κ Υ Q ΟΗ
NMIkPOYEAEYNlNIOY
3 Υ ΓΑΤΗΡΑΜΥΝΟΜΕΝΟ
ΚΗφΙΣΙΕΩΣΓΥΝΗ
Unter der Inschrift ist in flachem Relief eine zweihenkelige
Lutrophoros gewöhnlicher Form wiedergegeben. Der Um-
stand, dass dieser Stein auf dem Grabe des Aristodemos und
seiner Mutter Smikythe stand, könnte gegen unsere Ansicht
von der Bedeutung jener Vasenform (oben 1891 S. 371 ff.)
zu sprechen scheinen, wenn nicht der Schriftcharakter und

1 Vgl. oben 1891 S. 392. 394. Ich möchte bei dieser Gelegenheit darauf
hinweisen, dass durch ein ärgerliches Versehen dort S. 385 die Vase Elite
IV Taf. 33 als eine solche genannt ist, auf der die Lutrophoros abgebildet
ist, während sie selbst ein Gefäss dieser Form ist, und in der Liste S. 378
nicht fehlen sollte.
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