Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 25.1900

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ALFRED KOERTE

sind deren 13 bekannt1, aber Dorylaion bat überhaupt mehr
Inschriften geliefert als die meisten anderen Städte Phrygiens;
mit den unten veröffentlichten steigt die Summe auf 102.
Zeus Bronton war sicher nicht die am höchsten in Dorylaion
verehrte Gottheit, denn nicht die nach ihm2, sondern die
nach der Göttermutter benannte Phyle rühmt sich die erste zu
sein3. Der Kultus des Gottes wird, weil sich an ihn so gern die
Verehrung der "boten anschliesst,überall in den Dörfern nicht
weniger eifrig gepflegt als in den Städten; als sein Hauptge-
hiet wird man den Landstrich ansehen dürfen, der im Norden
durch den Mittellauf des Sangarios4, im Osten durch dessen
Oberlauf und die Haimaneh, im Süden etwa durch die Grenze
von Lykaonien und Phrygien, im Westen durch den Rhyn-
dakos umschlossen wird. Dieser Bezirk ist zugleich das Ge-
biet, in dem sich das phrygische Volkstum am reinsten und
kräftigsten erhalten hat.
20. Tschakyrsas, 2km nordöstlich von Altyntasch. Marmorne
Platte, unten gebrochen. Höhe 0,64,n, Breite 0,52™, Dicke
0,38m. Buchstabenhöhe 0,02™.
Auf der oberen Kante des Rahmens, der die Schriftfläche
umgiebt, steht die Inschrift des Steinmetzen:
Αύρ. ΆΘηνόδοτος Δοκιμευς τε-
χνίτης έποίησε τό εργον.
Im eingerahmten Felde .
Τον Θεόν σοί (!) {ζη άδικήσις(!)
1 Cumonts Aufzählung ist leider irreführend. Von den fünf durch Donia-
szewski, Arch.-epigr. Mitlheil. 1883 veröffentlichten Steinen, die er anführt,
gehören vier nicht nach Dorylaion,ihre Fundorte sind bis 75kra von jener Stadt
entfernt; aucti C.l.G. 3817 b stammt nach Gerhard, Arch. Anz. 1848 S. 107
nur aus der Gegend von Dorylaion, Zu Radets Sammlung (En Plirygie Nr.
X ff.) sind hinzugekommen Göttingische gel. Anzeigen 1897 S. 408 ff. Nr.
52, 53, 54, 56 und Μ.Λ.Ι. 1900 S. 120.
2 Göttingische gel. Anzeigen 1897 S. 400 f.; dass der Zeus, nach dem sie
Δεία heisst, eben der Bronton ist, wird man annehmen dürfen.
3 Ebenda S. 400 Nr. 45.
4 M.A.l. 1899 S. 442.
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