Das Buch für alle: illustrierte Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für die Familie und Jedermann — 24.1889

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G e b r a n d m a r!r t.
Roman
von
A. G. v. Suttner.
«Fortschung.) ,Nachdn,-I verboten.,
^.rau voller warf dem Baron einen wilden Blick zu.
O „Keine Gefahr, daß wir nur eine Minute hier
blieben, wenn mein Mann nicht im Fieber läge. Tas
hat er Ihnen zu danken."
„Bitte, sehen Sie nach, was Wahres an der Sache
ist," sagte der Baron znm Verwalter. „Wenn der

Mann reiseunfähig sein sollte, kann man ihn mittler-
weile im Dorfe unterbringens hier darf und will ich
ihn nicht dulden."
„So spricht ein Christ?" ries die Frau empört.
„Ein Mann, der —"
„Ich habe weder Zeit noch Lust, mich mit Ihnen
in Auseinandersetzungen cinzulassen," unterbrach sic der
Andere hart. „Herr Verwalter, ich erwarte drüben
Ihren Bericht über die Krankheit des Mannes." Er
machte rasch Kehrt und schlug den Weg nach der
Kanzlei ein.
Bald schloß sich ihm der Verwalter wieder an und
brachte die Nachricht, daß Keller thatsächlich sich nm

vorigen Abend fiebernd zn Bett gelegt habe, um bald
darauf in ein beängstigendes Delirium zu verfallen,
das allem Anscheine nach eine gefährliche Krankheit
anzeige. Wenn er sich einen Vorschlag erlauben dürfe,
so sei es der, den Leidenden so lange in seiner Woh-
nung zu belassen, bis sich dessen Zustand etwas ge-
bessert haben würde. Die übrigen Räume ließen sich
so absperren, daß jede Verbindung zwischen der Woh-
nung des Dieners nnd den übrigen Gemächern auf-
gehoben sei, und er, der Verwalter, sei bereit, jede
Verantwortung in dieser Beziehung zu übernehmen.
„Gut, so lassen wir cs dabei," entschied der Baron
nach kurzer Ueberlegung. „Vergessen Sie aber nicht,


Erbprinz Friedrich von Anhalt und seine Braut, Prinzessin Marie von Baden.
Nach Photoqraphien aezeichnct von C. Kolb iS. 4831
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