Deutscher Wille: des Kunstwarts — 31,4.1918

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wenn ich in dcn öunkeln wciten
Sehnsnchtvoll nnö traurig schuf,
wird in nreiner Lseiinat Breiten
Iauchzenö ihrcs Sängcrs Ruf.

Fest auf nreine Stärke bauend.

Zich' ich rvieöer in die Schlacht:

Stol; auf ineine Ltraft vertrauend
Und des lferzens heil'ge tllacht!

In dic Reihn nrit Llanken lvaffcn,

Lhrlich Lechtcn latzt rnich sehn!

Doch rnit hinterlistgem Schaffen
Lvill ich kcinem Gegner stehn.

Gebt mir rneinen lvert ohn' Aagen,
lvahrheit sei rnein erst Gebot,

Glück' ein himmelstürmend lvagen,

Gder cnd' es früher Tod.

L - rv i n Lrich Dwinger

Unsre Bilder

lse Wiegandts Schnittdruck „Aufruhr", den die Leser gegenüber
U^I^dem Schlußblatt dieses Heftes finden, ist, wenn man das Lxpressionis-
^^^mus nennen will, Expressionismus im b e st e n Sinne, Aufrnhr in der
Natur, Sintflut — wenn das landschaftliche Bild und der Vorgang darin
auch nur angedeutet sind, so ist Landschaft und Vorgang doch gar kein Ge°
rätsel, sondern eindeutige Klarheit. Diesen Inhalt verarbeitet nun das
Messer als Ausdrucksorgan der höchst erregten Seele. Fühlt man das
Blatt crst so, so wird man eine Leidenschaft daraus sprechen hören, die erschüttert.

Das Blatt vor nnserm Hefte ist gleichfalls ein echter Schnitt, und dieser
von Walter Klemm. Das Leipziger Schlachtdenkmal ganz frei als Shmbol.
Dieser Schnittdruck ist Vorsatzbild des Borkowskhschen Bnches „Unser Heiliger
Krieg" (Verlag von G. Kiepenheuer in Weimar), das wegen der Bilder von
Klemm und von Preetorius die Aufmerksamkeit auch der Kunstfreunde verdient.

Das Bild im Texte geben wir als ein Zeugnis dafür, wie die deutsche
Stimmung bei Kriegsausbruch war. Ls ist eincr Lithographie des vielseitigen
Bruno Goldschmitt nachgebildet, die damals, (9)4, in einem der „Münchner
Kriegsblätter" zn vier Kriegsbildern Dehmels bei Hans von Weber in Mün-
chen erschien.

Die Kopfleiste auf der ersten Seite und das Schlußstück sind von Fritz
.Philipp Schmidt aus dem .„Hausbuch deutscher Lyrik".

Herausgeber: vr. b. e. Ferd. Avenarius in Dresden-Vlasewitz; verantwortlich: der Herausgeber —
Derlag von Georg D. W. Callwey, Druck von Kastner L Eallwey, k. Hofbuchdruckerei in München —
In österreich-Unganr für Herausgabe nnd Schriftleitung verantwortlich: Dr. Richard Batka in Wien XHI/L
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