Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 7.1890

Page: 93
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H^Hchcint monatlich zwei-
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von Schwaben
zuatoieli -Organ für drutschr Oirchrltgeschichte —
mit periodischer kirchengeschichtlicher Meltschau.
Regelmäßige Beilage zum Pastoralblatt für die Diözese Rottenburg.

: Durch alle Bnchhand- Z
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! scheu" Bvlksblatts in !
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; kann das Diözesan- !
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! lich, das Pastoralblatt l
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! l. 60. halbjährlich bezogen !
i lverden. «

Btil einem Bereine von Geistlichen und in Berbindnilg mit Geschichtsgelehrten heransgegeben
von 0v. Engelbert Wnsele» Pfarrer in Ummendorf.
^^^Korrespoudeuzeu »volle» gesl. direkt an I)r. Engelbert Hofele, Pfarrer in Ummeudorf b. Biberach, gerichtet lverden.
-dt'. Stuttgart, den 15. Dezember 1890. 7. IahrMNg.
Tie Schweden in .Moster Elchingen. Mitgeteilt von I)r. Werner nm Reichsarchiv in München.—Der Weigenhorner Knnstmaler Kon-
flld Huber, 's- 18:ro. Bon Joseph Holl, Stad!Pfarrer IN Weis;e»hor». — Maria bei der Blich bei Kloster Nere-Meim. — Miszellen. —
^'>>age: p),-. Geiger in Tübingen und die gnte Betha in Rente. „Evangelischer" Ritt nnd r'lnsflng in das „katholische" Oberschivaben.
Jliin R'achdenken vorurteilsloser Protestanten nnd zur Aufklärung zweiselsüchtiger Katholiken. Geschildert von eineni, der auch einmal zehn
Jahre lang an einem evangelischen Wagen ziehen mns;le. (Forlsepuug.)

Die Schiveden im lülvster Elchingon.
Ätitgeteilt von Nr. Werner am Neichsarchiv in München.
^ ii-'^PNich ""d malerisch liegen auf dem linken Donannser
'^bände ses ehemaligen tReichsgotteshanses Elclnngeu hoch
^"1 dem am weitesten gegen Osten vorspringenden Höhen-
dkr schwäbischen Alb. Entzückend ist der Rundblick, den
h^ch^>lderer von jener Hohe aus geiließt. Unten im Thale
durch die grüne, mit wohlhabenden Dörfern, schmucken
tjO^Nrn lind altertümlichen Städtchen übersäte Ebene die
gleich einem breiten Silberbande hin. Fern im Osten
chm sO" Höcbstädl lind der Schellenberg bei Donanwörlh den
>„s» während im Süden des altehrwürdigen Bnssens
Göntes Haupt den weiten Fernblick hemmt. Die
Erbach, Kirchberg, Leipheim, die stolze Rcisens-
ülch, der mächtig sich emporreckende Münster drunten im
Md .. "6 die imposanten Klosterbanten drüben in Wiblingen
^U'g ^ deiden hochragenden Türme der Kirche zn Roggen-
chl^..'^^F^eli dein an der herrlichen Landschaft des Donau-,
Mw-.,',, '^oth-, Biber- nnd (Lünzthales sich erfreuenden Auge
Üinhepnukle. Der orienlknndige Doininikaner Felir
^Uli/n ^eist schon im 15. Jahrhundert (1489) die
des Elchinger Klosters in seinen Ili^toriae
^»laitsulichlbar sei jene gnellenreiche Höhe, heilbringende,
^>st/ Kräuter sprossen dort empor, milder wehen die
d»rt T ynd reiner sind dort die Duellen, ja Heller sei
selbst des Feuers Schein, nnd fruchtbarer sei auch
^ese bis herab zur Eier legenden Henne. Wir wollen
-serhebnngen nnserS schwäbischen Landsmannes so
dchchi ch's Ü)l'o 9Uchtigkeit prüfen lvie lvir uns auch nicht
Aigf,, )open, wenn er schreibt: ,,141mn »nelius 8npuit miln
^dlerg ^'echsetvolle Bergangenheil haben die stillen Kloster-
'on Elchingen hinter sich; Feuer- nnd Kriegsgefahr,
^kv„i„, "d doaugvolle, schwere Zeiten sind über das Kloster
KUg, schon der Wirbelstnrm der Säkularisation
vernichtet hatte (1803) nnd das Neichsstift, dessen

^Rldx,,Zwei Dnadratmeilen init 4000 Seelen und 69 000
!-d^)te ?>^"ou Einkünfte» an Bayern gekonnnen war, da
^Mschan ^ Name nochmals plötzlich in der Geschichte ans.
Ney hatte am 14. Oktober 1805 mit stürmender

Hand das von den Oesterreichern besetzte Kloster genommen,
nnd znm Dante verlieh der große Korse seinem Palatin den
Titel „Herzog von Elehmigen". In Elchingen hatte
Napoleon vom 18.—22. Oktober sein Hauptquartier,-und von
hier ans ist jenes Dekret erlassen worden, das Borderösterreich,
die Dentschordenslande nnd das Fürstbistnm Eichstädt bis ans
weiteres für die französische Armee in Besitz zn nehmen befahl.
So manch anderes Kloster, dessen Geschichte bei weitem
nicht so interessant ist nnd wo die Quellen lange nicht so
reichlich fließen, hat schon seinen Geschichtsschreiber gefunden,
für Elchingen scheint keiner sich finden zn »vollen; denn was
Raiser in seiner Monographie „Die Benediktiner Neichsabtey
Elchingen in Schwaben (1817)" schrieb, genügt in keiner
Hinsicht mehr. Ans dem reichen archivarischen Materiale,
welches das königlich bayerische Neichsarchiv birgt, soll hier unr-
eine kleine Auszeichnung über die Schweden in Elchingen ver-
öffentlicht werden, die ein Laienbruder Fr. Gotthard Schall
zn Wiblingen angefertigt hat/) nnd die zn den Auszeich-
nungen, die über das gleiche Ereignis bereits in den Mit-
teilungen des historischen Bereins für Schwaben nnd Nenberg
abgedrnckt sind, eine Ergänzung bilden dürfte.
Aüszng
Einiger zn anfang deß Schweden-Krieges in Elchingen vorge-
fallener Begebenheiten genomen aus einem lVl. 3. so von
Fr. Gotthard Schall, Layen Brüdern in Wiblingen verfaßt
worden, nnd den Titel führet:
B e s ch reib n ng etli ch er denk w n rdigen Sachen
oder Geschichten, die sich von anno 1631
in dem Kriegs-Wesen begeben.
In dem ersten Theile dieses geschriebenen Buches a
45 macht unser Bruder folgende erzehlnng:
Jeznnder wüll ich beschreiben, so vil mir bewusst, was
sich in dem Lobwürdigen Gottshaus Elchingen nnd der Statt
Blm zugetragen in der Schwedischen Ruin, eh das ich be-
schreibe, was sich in dem Lobwürdigen Gottshaus Wüblingen
und etwa» des selben zuegehöriger örter denkhwnrdiges weiter

0 Derselbe »vor von Geburt ein Württemberger aus dem Auracher
Amt und Konvertit.
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