Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 12.1894

Page: 49
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von Schwaben.


Grgan für Geschichte, Altertumskunde, Uunst und Lrultur der Diü-
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Heransgegeben in eigenem Verlage von Amtsrichter a. D. Veck in Ravensburg.

Beiträge, Korrespunde uzen ,c., ebensu RezensivnS-Exemplare, Tauschzeitschrifteu rc. wollen stets gefl. direkt an die verant-
wortliche Redaktion: Amtsrichter a. D. Beck in Ravensburg gerichtet werden.

Nu. 111. N. 14. (Doppelnnmmer.) -Stuttgart, den 1./15. Juli 1894. 12. Jahrgang.

Redaktivnswechselsankttrrdignng und Einladung znm Nbonnement.
Auf vielfachen Wunsch und ini Einverständnis uiit Herrn Pfarrer Dr. E. Hofele hat der Unterzeichnete die
Nedaktivn des in seinen Verlag und Eigentum übergegangencn nnnmehr selbständig erscheinenden „Diöccsanarchiv
van Schwaben" übernommen, womit der Unterzeichnete die angelegentliche Bitte um recht zahlreiches Abonne-
ment (1 Mark 90 Pf. pro Halbjahr), sowie um Mitarbeiterschaft (Honorar nach Uebereinknnft) verbindet. Von
der Abonnemcntsbcteilignng hängt cs ab, ob dieses zeitgemäße und so vielseitigen Inhalt bietende, dabei doch überaus
billige Organ, dessen Mitarbeitcrkreis sehr erweitert wird, auf die Dauer weitergeführt werden kann oder nicht.
Redaktion und Verlag des „Diöcesanarchiv von Schwaben":
Amtsrichter a. D. Beck in Ravensburg.

Nlvstertsteater in Marchthal — rin Veitrag zur
Geschichte des Schuldrämas in Schwaden.
Von Amtsrichter a, D. Beck.
Die Schulkomödie (unlev welchem Kollektivausdrnck aber
nicht etwa bloß dramatische Darstellungen heiteren, sondern
auch ernsteren Inhaltes zu verstehen sind), an sich schön
alteren Datums, war namentlich im vorigen Jahrhundert
emporgekommen; insbesondere hatte sie in den meist mit einer
Art höherer Schnlanstalt verbundenen oberschwäbischeil Klö-
stern eine Heimstätte gefunden. Althergebrachtermaßen schloß
sich an jeden feierlichen Schulaktns, an die Schlnßprüfnngen
oder auch an die Disputationen neben der meist in einer Art
geistlicher Cantate oder in einem kleinen Singspiel bestehenden
musikalischen Aufführung gewöhnlich eine lateinische, seltener
eine deutsche Komödie. Manchmal wurde auch in der Faschings-
zeit gespielt; die zu Ende des Schuljahres aufgeführten Stücke
hatten immer meist in der Form der Allegorie einen ernsteren
Inhalt. Unter diesen Klöstern blieb auch das Prämonstraten-
serrcichsstift Marchthal, wo im vorigen Jahrhundert eine
höhere Schulanstalt mit Einteilung in die 5—6 Klassen der
„Uuclimentmtne, Ornmmntmtne, ZzmtLxistne miirores et
majores, Uoetne et U1retore3" bestand, nicht zurück.*) Aus
dem Jahre 1711 schon wird von einem durch U. Martin
Klee" verfaßten Drama „vom guten Hirten" berichtet, welches
zur Feier der von dem Konstanzcr Diöcesanbischof Johann
Franz Schenk v. Stattffenbcrg vorgenommenen Einsegnung
des 18. Abtes Edmund v. Dilger ans Lindau unter Zndrang
l'iclcr weltlicher und geistlicher Gäste — zur Tafel allein
sollen über 300 Personen zugegen gewesen sein — aufgeführt
*) Von dieser dramatischen Thntigkcit der Marchkhciler Klvster-
ichule findet sich i» der neuen, Vvn dein Statistischen Landesamt hcr-
"usgegcbenen „Beschreibung des Obern,»ts Ehingen" (Stuttgart,
^ummissivnsverlag v. Dl. ll'vhkhammer, 1393) nichts erwähnt.

wurde. Darauf man noch ein Schießen nach einem fliegen-
den Vogel und einem laufenden Hirsche veranstaltete. Sehr
lebhaft war das dramatische Leben in der zweiten Hälfte des
abgelanfenen Jahrhunderts; es sind uns ans derselben noch
neun durch die Marchthaler Studenten anfgeführte Stücke be-
kannt, welche alle, teils mit teils ohne Angabe des Druckers
und Druckortes durch den Ulmer Stadt- und Kanzleibuch-
drncker Christian Ulrich Wagner, der Kaiserlich. Francis-
cischen Akademie der freien Künste und Wissenschaften in Augs-
burg, und der Herzoglich Deutschen Gesellschaft in Helmstädt
Mitglied, einen der bedeutendsten und berühmtesten Drucker
und Verleger damals in Süddeutschland, „der schwäbische
Elzcvier" genannt, fein und säuberlich gedruckt worden. Die
Titel dieser Stücke lauten im einzelnen:
1) ,,^08epllu3 NL3cnrenp1,L3 olimclux cke/lverio
trn^oeckin etc. Ironoribus krnelnti Dckmuncli II etc. ckecli-
cntn, et in One nnni Lcllolnstici exlliditn Nnrclltnlli.
2. et 4. Le^tenrbrig 1760. Dlmne, ex oktrcinn Lllristiani
DIric. WnAneri." 15. Bll. (nnpaginiert), lateinisch und
deutsch, mit Aktorenliste.
2) iöino-Dslnus etc. s. unten.
z) Conrnc1inu8 Dux Luevine Ditimus. DrnZoeckin,
Dekritmmmm llonoribrm Deverenclmmmi, ?eriilu3tri8, nc
^mplmsirni Domini L. R.. I. Urnelnti, Domini Dckmuncki II
Imperinim, et Dxempti coileZii iVlnrclltnilermm 3ncri Lnnci.
Canon, nc Dxempti Orcl. ?rnemon3trnten8i3 7lbbnti3 Vi§i-
Innti38imi etc. Domini > Untri3, nc Necoennti3 perguam
§rntio8i, c1emi33i38ime ckeckicntn, et in 6ne nnni Zclloln-
5tici exlribitn. iVlnrclrtnIIi ckie 2. et 6. Leptembrm, 1762.
Dimne, ex oktrcinn CIrri3tinni Dirici VVnAneri, Canceiinrn
D^po^rnplli — ein interessantes, in der Konradin-Biblio-
graphie bisher nicht bekanntes Opus.
4) ,,^ck revni cku 8 rex Don Zobnrck orum Cntlro I.
trgAoeckin etc. in lim nnni 3clloln8t. exll. iVlnrclrtnlli z et.
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