Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 12.1894

Page: 65
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von Schwaben.

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Wr. 17.

Stuttgart, den 1. Dcptember 1894.

12. Jahrgang.

Klösterliche Niederlassungen für Frauen iu der
ehemaligen Reichsstadt Reutlingen.
Bon Theodor Schön.
Nach einer von Enbel, Geschichte der oberdeutschen Mi-
noritenprovinz Seile 12, Anmerkung 30, mitgeteilten Nach-
richt ans einer Franziskanerchronik haben sich im Jahre 1267
in Reutlingen mehrere Jungfrauen ans Anregung der dortigen
Minoriten zu einem gemeinschaftlichen Leben nach der Regel
der heiligen Klara vereinigt und mit ihren eigenen Mitteln
und fremden Almosen ein Kloster erbaut. Diese älteste klöster-
liche Niederlassung von Frauen hat sicher keinen langen Be-
stand gehabt, da keine Urkunde von ihr Meldung thnt. Erst
1376 geschieht wieder einer "Niederlassung von Franziskaner-
innen Erwähnung, nämlich der Klausnerinnen bei der St.
Katharincn-Kapclle ans dem Kirchhof (Gayler, Denkwürdig-
keiten I, 34). Am 12. Januar 1383 wurde bestimmt, daß
Enntz Atoll und Hans Burgi, Bürger zu Nentlingen, den
Leuten, die in der 3. Regel sind (? den Beginnen), 6 Schil-
ling Heller steter, ewiger, auf Martini fälliger Gült ans
einem Weingarten und Acker im Breithart geben sollten.
(K. A.) 1393 soll auch erwähnt worden sein die Klause bei
St. Leonhards-Kapelle (ebenda I, S. 34). Ein urkund-
licher') Beleg für das Vorhandensein derselben findet sich
aber erst 1493. Am 22. Juli 1493 that Michel N i t t-
hamer der Weingärtner, Bürger zu Reutlingen, kund, das;
er und seine Erben geben sollten an Katharina die Gil-
gerin, eine Schwester in der Klause bei St. Leonhards-
Kapelle, 1 Pfund Heller steter, jährlich auf Martini fälliger
Gült ans seiner Wiese im äußern Ningelbach bei Nentlingen.
(K. A.) I», gleichen Jahre am 28. Juli verkaufte Hans
"Nockenstil, genannt Hyplin, Bürger zu Nentlingen, den
Schwestern in der Klause zu St. Leonhards-Kapelle woh-
nend, 1 Pfund Heller steter, jährlicher Gült aus seinem
Weingarten in der Loschenhalde bei Nentlingen um 14 rheinische
Gulden. (K. A.) Weitere "Nachrichten über die Klausen fehlen.
Weit besser unterrichtet ist man über die Sammlungen
der Beginnen in Nentlingen. Schon am 20. März 1289
schenkte Jrmgart, Uicto Elpin, beginn, den bei Nentlingen
sitzenden Leprosen ihr Lehengut zu Sickenhausen und übergab
cs in die Hände N. genannt BondorferS. (St. A.) Nach
Gayler I, S. 35 machte im Jahre 1297 eine andere Be-
') Abkürzungen: K. A. — Kircheiipflegearchiv in Reutlingen,
A. A. — Arinenpflegearchio daselbst, St. A. — Ltnalsarchiv in
Stuttgart, 3k. A. — Stadtarchiv zu Reutliugeu.

gnine, Schwester Adelheid die Sailerin eine Stiftung für
die Feldsiechen in Nentlingen. Auch wird nach demselben 1,
S. 35 im Jahre 1350 der Acker der Bcckginne zu "Metzingen
erwähnt, sowie am 21. Januar 1345 der „Samenung" Acker
unterhalb der Siechenkapelle. (A. A.)
Diese älteste Sammlung der Beginnen befand sich bei
dem Barfüßerklostcr. Am 28. Januar 1351 hatten Schwester
Lnggard die Murin, Meisterin der Schwestern der Samm-
lung bei den Barfüßern und die Schwestern derselben Samm-
lung Streit mit Eberhard, Hilpolts selig Sohn und dessen
Bruder. Der Vater derselben halte von der Sammlung als
Lehen einen Hof zu Dußlingen gehabt, welcher zur Wcg-
lösnng und znm Handloh» stand und von welchem der Lehenö-
mann Oa des Ertrags an Korn geben mußte. Den wollten
nun die Brüder teilen. Hiergegen erhob die Sammlnng Be-
schwerde bei den Richtern, welche entschieden, daß derselbe
nicht geteilt werden dürfe, sondern ihn entweder der ältere
oder der jüngere Bruder bebauen müsse. (K. A.)
Mau nimmt gewöhnlich an, diese Sammlung bei den
Barfüßern sei identisch mit der von Nast-Sammlnng gewesen.
Es ist das wohl auch richtig, indem die von Rast-Samm-
lung 1466 einen Hof in Dußlingen besaß, gerade so, wie die
Sammlung bei den Barfüßern 1351 und auch die von Rast-
Sammlung 1404 den Barfüßern Geld lieh, was doch ver-
muten läßt, sie sei deren "Nachbar gewesen. Immerhin läßt
sich ein absoluter Beweis für die Identität beider Sammlungen
nicht erbringen.
1. Die von Nast-Sammlnng.
lieber die Schicksale dieser Sammlnng ist man sehr ein-
gehend unterrichtet. Am 17. Januar 1382 verkaufte Bentz
von Stainhülve, Bürger von Reutlingen an Bete die
Messingerin, eine Sammlungsfran in der von Rast-
Sammlung 1 Pfund steter, ewiger, ans Georgii fälliger Gült
aus eines Mannsmahd-Wiese auf Hohenbuch um 18 Pfund
Heller. (A. A.) Am 21. Januar 1390 gab Anna vonMcl-
chingen, Ulrichs des jungen Un gelt er Witwe, Bürgerin
von Nentlingen ihrer lieben „Geswygin" (Schwägerin) Anna,
der Tochter Ulrichs des Un gelt er, einer SammlnngSfran
in der von Nast-Sammlnng 1 Pfund Heller steter, ewiger,
jährlich auf Michaelis fälliger Gült auö ihrem Hof zu Mcl-
chingen, genannt des Härdrers Hof. Nach ihrem Tod
soll diese Gült an die Sammlung fallen. (St. A.) Im
gleichen Jahr am 4. März bekannte» Anberli Waibel und
sein Bruder Berchtold, Bürger zu Reutlingen, daß sie und
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