Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 12.1894

Page: 66
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dioezarchivschwab1894/0074
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
66

ihr«: Erben sollten Heben der Meisterin und dem Konvent in der
von Nast-Sammlnng 9 Schilling st"ter, ewiger, jährlieb ans
Jakobi fälliger Gült ans einem Hans nnd Garten bei Ncnt-
lingcn vor dem MetmannSthor (K. A.) nnd am 18. Juni Hans
H a n o w, ebenfalls Bürger zn Nentlingen, das; er nnd seine Erben
geben sollten der Meisterin und dem Konvent in der von
Rast-Sammlung 1 Pfund Heller steter, ewiger, jährlich auf
Georgii fälliger Gült ans seinem HanS bei der „Anwindi"
zu Nentlingen. (K. A.)
14 .Jahre später wird — übrigens das einzigemal —
der Name einer Meisterin dieser Sammlung genannt. Am
31. Mai 1404 gab die ehrsame, geistliche Frau Anna die
Oettlin, Meisterin in der von Rast-Sammlung 7'/s Gulden
de» minderen Brüdern zn Reutlingen znm Kauf einer Gült.
(A. A.)
Am 7. Januar 1407 verkaufte Bena Nadlerin,
Sammlnngsfrau in der von Rast-Sammlung der Aebtissiu
nnd dem Konvent zu Pfullingen 1 Pfund Heller steter, ewiger,
jährlich auf Martini fälliger Gült anS einer Wiese zn Pful-
lingen um 14 Pfund Heller. (St. A.) Dagegen gab am
2. Juli 1411 Anna, die Witwe Heinz des Scherers von
Sindelftngen, Bürgerin von Nentlingen, ihrer Tochter Ursel,
einer Sammlnngsfrau in der von Rast-Sammlung 1 Pfund
Heller steter, jährlich ans Martini fälliger Gült ans ihrem
Hanse hinter der Frauenkirche zn Nentlingen (K. A.) nnd
bekannte am 13. Januar 1412 Peter Gr äff, Bürger zu
Nentlingen, das; er nnd seine Erben geben sollten seiner
Tochter Ursel, einer Sammlnngsfrau in der von Nast-Samm-
lnng 1 Pfund Heller steter, jährlich auf Bartholomäi fälliger
Gült ans seinem Hans in der Steghardsgasse zu Reutlingen,
sowie ein weiteres Pfund den geistlichen Franc», der Mei-
sterin nnd dem Konvent in der von Nast-Sammlnng. (K. A.)
Nach einer andern Urkunde vom 15. Juli 1421 sollten Bentz
Beck der Jüngere, Bürger zu Nentlingen und seine Erben
geben der Meisterin und den Schwestern in der von Nast-
Sammlnng alle Jahre 2 Pfund Heller Gült. (K. A.)
Immer mehr wuchs der Besitz der Sammtung an. Ein
Banmgarten derselben unter der Achalin wird am 25. März
1423 genannt. (A. A.) Am 12. März 1425 verkaufte Ursel
Bische rin von Niedtingen, Witwe des Heinz Schmal-
negg, eines Neutlinger Bürgers der von Nast-Sammlnng
7 Pfund Heller steter, ewiger Gült minder 8 Heller aus
Gütern zn Pfnllingrn (K. A.) nnd am 4. Mai 1426 Haus
Mäöli, Bürger zu Rotiwcil nnd seine Schwester Ursel,
Witwe Jakobs Wirth, der Meisterin und den Schwestern
in der von Nast-Sammlnng ihren Weingarten (3 Viertel
Morgen nnd 1 Viertel Morgen Vorlehen) gelegen bei Nent-
lingen am Gnglunberg unterhalb des Wegs um 75 rhei-
nische Gulden. (K. A.) Am 1. Dezember 1428 wird er-
wähnt der von Rast-Sammlung Baumgarten in der obern
Hegwiese bei Nentlingen. (A. A.) Ferner wurde an, 5. Au-
gust 1431 bestimmt , das; Anberli Sailer und seine Erben
geben sollten der Bethe der Böscht», genannt Sailerin,
seiner Schwägerin, einer Sammlnngsfrau in der von
NasU Sammlung für ihren Teil väterlichen nnd mütter-
lichen Erbs zn dem, was ihr schon vorher geworden war,
5 Pfund Heiler steter, jährlich ans Martini fälliger Gült
ans seinem HanS in der Kromergassc zu Nentlingen. Je-
doch sollte nach ihrem Tod die Gült fallen an Barbara
Sailcrin, genannt Bö sch in, Bctheö Schwester nnd Au-
berlis Ehewirtin. (A. A.) Nach einer Urkunde vom 24. April
1434 sollten geben Hans Umlvnff der Metzger. Bürger zn
Nenlliugen nnd seine Erben der Elsebeth der Spchtzharti»,

einer Sammlnngöfran in der von Nast-Sammlnng 1 Pfund
nnd 1 Schilling Heller steter, ewiger, ans Georgii fälliger
Gült ans seiner Fleischbank und seinem Scbmerbrelt unter
der Metzel zu Nentlingen. (K. A.) Am 18. November 143!)
verkaufte Hans Viltzing, Bürger zn Reutlingen, den Frauen
und Schwestern in .der von Nast-Sammlnng seinen Wein
garteil genannt Bnher am Gnglunberg um 80 rheinische Gul-
den (K. A.), ebenso gab am 29. Januar 1473 Adelheid Un-
dingerin, Witwe Hans Marners, Bürgerin zn Nent-
lingen, den Frauen in der von Nast-Sammlnng und dem
Pfleger der Sammlung, Konrad Uelin, ihren Hof und ihr
Gut zu Sickenhausen, ihr Haus zn Nenttingen in der Jndcn-
gasse und 30 Schilling Heller Gült, die ihr jährlich zn geben
schuldig war Kaspar Pfaw der Schuhmacher (St. A.) nnd
verkaufte am 25. Juni 1476 Märkli Ti g e l zn Ohmenhansen
gesessen, an die Meisterin und Konvcntsschwestcrn in der von
Nast-Sammlnng seine Wiese (eine große Mannsmahd) zu
Sickenhausen um 16 rheinische Gulden. (St. A.) Der letzte
Kauf der Sammlung datiert von 1486; am 27. Mai ver-
kaufte Thomas von Wähingen der Meisterin und den Kon-
ventschwestern in der von Nast-Sammlnng 8O2 Malier steter,
jährlicher, ewiger Gült, 3 Viertel Erbsen, 2 Gänse, 3 Hüher,
1/2 Hundert Eier, alles fällig ans Martini ans seinem Hof
nnd Gut zu Secbronn um 200 rheinische Gulden. (K. A.)
Wie andere klösterliche Niederlassungen hatte auch die
Sammlung ans ihren Höfen Beständcr. Am 14. März 1466
bestand Anberli Hower von Dußlingen den halbigen, dor-
tigen Hof um als Landgarbe und Knntz Schürer von
Dußlingen der Sammlung sonstiges Gut daselbst ebenfalls
um '/l! der Frucht als Landgarbe. (K. A.) Am 20. Februar
1498 bestand Michel Nnwdl zu Sickenhausen der Sammlung
Hof nnd Gut zn Sickenhausen. (K. A.)
Ei» schöner Besitz fand sich um 1500 in den Händen
der von Nast-Sammtnng, ein Hof zu Dußlingen, ein anderer
zn Sickenhausen, eine Wiese im letzter» Ort, zwei Wein-
gärten am Gnglunberg bei Nentlingen, ein Banmgarten unter-
halb der Achalm und ein anderer in der obern Hcgwiese,
Gülte» ans einem Hof zu Scebronn, einem Hof zn Mel-
chingcn, Gütern zn Pncklingen, vier Häusern, einer Scheuer,
einem Garten, einer Wiese und eine Gült aus einer Fleisch-
bank zu Nentlingen. Nickt mit Unrecht führte dieselbe
den Namen der reichen Sammlung. Allein dieser große
Reichtum lockerte, wie es scheint, die .Zucht. Am 6. Ok-
tober 1504 mußten die Schwestern der reichen Samm-
lung zu Nentlingen in Eßlingen bei Bruder Jörg Hoff-
man», Küster in Schwaben St. Franeiseen - Oidens
sich beschweren über eine der Schwestern Ursel Mumm in,
welche nach einem groben Fehltritt entflohen war und für die
sich der Rat der Reichsstadt bei ihnen verwendet hatte. (R. A.)
Ans dieser Urkunde geht hervor, das; die von Nast-
Sammlnng die dritte Regel der Franziskaner angenommen
halte und daher wohl identisch sein kan» mit den 1383 ge-
nannten Leuten, die in der dritte» Regel sind.
2. von Holle-Sammlung.
Am 20. Oktober 1397 bekannte Heinz K l u st l i n,
Bürger zu Reutlingen, daß er und seine Erben geben sollten
den geistlichen Franc» in Hollen-Sammlung bei unserer Frauen-
kirche zn Reutlingen 5 Schilling steter, ewiger, ans Martini
fälliger Gült ans einem Weingarten, gelegen zn Reutlingen,
den Heinz der Dekker den Sammlnngsfranen gegeben halte.
(K. A.) Auch diese Sammlung machte viele Erwerbungen;
so kauften die Meisterin nnd die Frauen am 7. April 1410
loading ...