Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 68.1931

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Kunstausstellung Mathildenhöhe Darmstadt

ARTHUR GRIMM—BADEN-BADEN GEMÄLDE »SCHLOSS NEUWEIER«

weichen, gleichsam träumerischen Formen. — plastischen Sinn der Arbeit unmerklich ein
Im Ehrensaal hat sich die Freie Vereinigung dichterischer Sinn entwickelt. Ebenfalls bei der
Darmstädter Künstler ausgebreitet. Alle Ach- Freien Vereinigung stellt Franz Huth (Weimar)
tung gebührt einer „Frühlingslandschaft" von aus. Es ist diesmal ein Pastell, die Ettersburg
Karl Friedrich Lippmann, die auffallend fein im Schnee, vorn tiefblaue Schatten, auf den
und selbständig nach malerischen Reizen ab- Höhen goldene Spätsonne,
gehorcht ist. Auch die „Eichen bei Kranich- In der graphischen Abteilung fallen Land-
stein" des Darmstädters Julius Kaufmann schatten (Aquarelle) von Maria Ziegler, Sofie
sind eine fleißige Arbeit von ausgesprochen Grosch und D. Wohlgemuth, sowie aus-
malerischem Ehrgeiz. Belebter, nachdrücklicher gezeichnete Porträtköpfe von Professor Plenk
als früher tritt Richard Hoelscher in seinen (Darmstadt) auf. Dabei hängt auch ein Kinder-
rheinischen und oberhessischen Landschaften bildnis von Erich Martin, das mir eins der
auf. Hans Vielmetter, als Graphiker geschickt gelungensten Stücke der Ausstellung zu sein
und erfolgreich, hat in seinem Doppelbildnis scheint. Es ist klein im Anspruch und im For-
eine haltbare malerische Form entwickelt. Die mat, es behandelt die Ölfarbe fast wie Aqua-
Stilleben von Richard Daenzer erfreuen durch rell, locker, dünn und duftig, aber die Art, wie
eine kecke Unmittelbarkeit, und der Bildhauer es ein Stück kindlichen Lebens, ein dickes
R. M. Werne r (Offenbach) gibt in seiner stehen- Baby mit seinem Spielzeug, in rot, gelb, blau,
den Mädchenfigur, mit einiger Anlehnung an strahlend, heiter, ironisch, ein bißchen ver-
de Fiori, etwas Leichtes und fast Schweben- schnörkelt herausstellt, ist schlechthin zum
des an Gestalt, wobei sich aus dem vollendet Entzücken.............. Wilhelm michel.
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