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Pantel, Etta [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 9, Teil 1): Stadt Wolfenbüttel — Braunschweig, 1983

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https://doi.org/10.11588/diglit.44416#0097
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errichtet. Im Nordwesten sind noch Reste
der ursprünglichen Kasematte erhalten. Die
exponierte Lage des Gebäudes selbst wird
zusätzlich durch seinen hohen niveauaus-
gleichenden Sockel betont. Die zahlreichen
Schmuckelemente des stark gegliederten und
verputzten Baukörpers sind in Werkstein ge-
halten.
BAHNHOFSTRASSE
Sie führt ab Harztorplatz nach Süden aus der
Stadt heraus und mündet in den ehemaligen
Fernhandelsweg von Braunschweig nach
Halberstadt, hier Goslarsche Straße/Halch-
tersche Straße. Die Bebauung liegt im we-
sentlichen im Bereich der ehemaligen Wallan-
lagen zwischen Harztorwall/Schulwall und
Oker bzw. den Gleisanlagen weiter südlich.
An den Gleisanlagen westlich der Straße
liegt der große Bahnhofsbereich mit einge-
schossigen Verkaufspavillons (ehern. „Volks-
kaffeehalle") auf dem Vorplatz sowie dem
repräsentativen Empfangsgebäude dahinter.

Bahnhof
Das Empfangsgebäude wurde 1853 von der
Herzoglichen Eisenbahn- und Postdirektion
anstelle eines Vorgängerbaus errichtet, der
gleichzeitig mit der Einrichtung der Bahnli-
nie Braunschweig—Wolfenbüttel 1838 als
erster Staatseisenbahn Deutschlands er-
baut worden war. Der Baukörper aus gelbem
Sandsteinquadermauerwerk ist symmetrisch
gegliedert und setzt sich zusammen aus zwei-
bis zweieinhalbgeschossigen Trakten unter
Satteldächern. 1911 sind in der Symmetrie-
achse die eingeschossige Eingangshalle sowie
der Seitenanbau im gleichen Stil angefügt
worden.
Die westliche Straßenseite wird gebildet aus
den aneinandergebauten dreigeschossigen
Wohn- und Geschäftshäusern Nr. 1—5, die
mit ihren vielen Gliederungs- und reichen
Dekorationselementen sowie den typischen
hohen Mansarddächern fast großstädtisch
anmuten. Die einheitliche Wirkung weist auf
die Entstehung durch einen Bauunternehmer
hin, der die Häuser in den Jahren 1891—96
von Süden beginnend erstellt hat. Eine Aus-

Schulwall 1, Villa „Seeliger", 1898/99


Bahnhofstraße 5—1


Bahnhofstraße 1 — 5


nähme hiervon ist das Eckgebäude Nr. 1
von 1892/95 mit einem etwas jüngeren Flü-
gel zum Schulwall.
Die östliche Straßenseite setzt sich aus weni-
gen Einzelgebäuden zusammen. Der winkel-
förmige Baukörper der ehemaligen Herzog-
lichen Kreisdirektion (Nr. 11) wurde 1902/
03 errichtet und erfuhr seitdem zahlreiche
Umbauten sowie einen rückwärtigen Anbau
(siehe auch Harztorwall).
Schließlich ist das Hotel Kronprinz Bahnhof-
straße 12 von Bedeutung, das schon seit
1740 als Haus „Meil" den Harztorplatz nach
Süden hin begrenzt. Das straßenseitige
Hauptgebäude ist gegenüber dem ursprüng-
lichen Entwurf ein symmetrischer ver-
kleideter Fachwerkbau unter Satteldach. Die
rückwärtigen Gebäude stammen aus dem 17.
bis 19. Jh.

Schulwall, Schleuse


Schulwall 1, Reste der Kasematte „Wunderlicher
Heinz" später „Lindenberg", nördlich der Villa


Bahnhof, Empfangsgebäude um 1853


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