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Pantel, Etta [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 9, Teil 1): Stadt Wolfenbüttel — Braunschweig, 1983

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https://doi.org/10.11588/diglit.44416#0115
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1898 ist symmetrisch durch Risalite und
Loggien gegliedert und mit Fensterrahmun-
gen und Brüstungselementen in Zementstein
dekoriert. Friedrich-Wilhelm-Straße 37/38
von 1902 entspricht diesem Gebäudetyp, es
ist wie Neuer Weg 80/81 von 1893/94
jedoch in Fachwerk errichtet worden und
ebenfalls mit zahlreichen Dekorationsete-
menten geschmückt.
Ein Sonderbau ist das Jugendheim „Haus
Niedersachsen", Antoinettenweg 18, 1935/
36, das in historisierender Fachwerkbau-
weise errichtet ist (heute Logenhaus). Die
Samsonschule, Neuer Weg 51, liegt am
nördlichen Ende dieser Straße. Der langge-
streckte, dreiflügelige Rohziegelbau, der
straßenseitig durch das hohe mittige Ein-
gangsportal mit renaissancistischer Sand-
steinrahmung symmetrisch gegliedert ist,
wurde 1885/90 von dem Kaufmann Samson
als Ersatzbau für eine gleichnamige Schule in
der Harzstraße errichtet (heute Polizei-
schule). Im Süden schließt sich der Grün-
dungsbau der Konditorschule, Neuer Weg
51a, an. Es ist ein einfacher zweigeschossiger
Backsteinbau mit den Stilelementen der
dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts.

DIE SÜDWESTLICHE AUSSEN-
STADT
Dieser im Südwesten vor den „Toren der
Stadt" gelegene Bereich wird heute noch
durch den Okerumflutgraben und seit der 1.
Hälfte des 19. Jh. durch die Bahnanlagen von
den historischen Stadtteilen Auguststadt,
Schloßbereich/ehemalige Dammfestung und
Heinrichstadt getrennt.
Die bedeutendste Straße der südwestlichen
Außenstadt, der heute dreiteilige Straßenzug
der ehemaligen Goslarschen Heerstraße von
Goslar nach Halberstadt, verläuft in mehre-
ren leichten Biegungen entsprechend der ur-
sprünglichen Führung parallel zu den um-
fangreichen Bahnanlagen der Bundesbahn.
Er durchläuft den Bereich im Nordosten als
Gebrüder-Welger-Straße, im mittleren Ab-
schnitt bis zur Kreuzung Im Kalten Tale/
Bahnhofstraße als Goslarsche Straße, um
dann als Halchterstraße im Südosten in die
B 4 zu münden. Noch heute stellt der Stra-
ßenzug mit den aus den historischen Stadt-
teilen kommenden Ausfallstraßen die Ver-
bindung des Zentrums mit dem Fernstraßen-
netz her. Die älteste Ausfallstraße ist die

früher durch das Mühlentor der ehemaligen
Dammfestung führende „Mindische Heer-
straße", die Adersheimer Straße. Ihre bis-
herige fußläufige Bahnüberführung wird im
Zuge der nördlichen Umgehungsstraße zur
Zeit ausgebaut (siehe auch Jägerstraße in
der Auguststadt). Die spätere, durch das
Augusttor verlaufende Frankfurter Heer-
straße, heute Frankfurter Straße, ist die
wichtigste Straße im Norden des Bereichs.
Die südliche vom ehemaligen Harztor ausge-
hende Ausfallstraße ist die Bahnhofstraße
mit Verlängerung der Straße Im Kalten Tale.
Sie hatte wohl seit jeher die Funktion, nur
den umliegenden Bereich zu erschließen und
endet auch heute noch auf einer Anhöhe mit
herrlichem Überblick über die historischen
Stadtteile und führt als unbedeutender Fuß-/
Fahrweg weiter in die Landschaft (vgl. hi-
storische Karten von 1626 und 1741).
DIE SIEDLUNGSENTWICKLUNG BIS
ZUR 2. HÄLFTE DES 19. JH.
Die Besiedlung dieses Gebietes entwickelte
sich zunächst im Bereich um die Stadttore
und noch bis in unser Jahrhundert vorwie-
gend entlang der oben genannten Straßen.

Grüner Platz 27, 1887/88


Mittelweg 2, 1908/10


Neuer Weg 48, 1897


Am Lecheln Holze 9, wohl kurz nach 1900


Neuer Weg 51,
ehern. Samson Schule von 1885/90


Antoinettenweg 18,
ehern. Jugendheim von 1935/36


Neuer Weg 51 A, Konditorei-Schule von 1930


Alter Weg 51,53


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