Die Gartenkunst — 9.1907

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DIE GARTENKUNST

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essantere Hintergrund an Bedeutung gewinnt. Im Verein Schluß die Betätigung seiner künstlerischen Arbeit besteht,
mit der Spiegelung des Wassers entsteht auf diese Weise Und ist nicht gerade die Musik durch die starke Be-
ein Bild, das man bei der zwar poetischen, aber auf die schränkung, die in der geringen Anzahl von Mitteln besteht,
Dauer doch bedrückenden Monotonie des Geländes nicht die feinste aller Künste? Dem Architekten ziehen die
für möglich gehalten hätte. Man muß mir das Gesagte Größe des Menschen und dessen Platzbedürfnis ganz be-
schon auf guten Glauben hinnehmen, denn unser neben- stimmte Grenzen innerhalb deren er seinen rhythmischen
stehendes Bild zeigt lediglich Aufbau vornimmt. Ohne diese
die Anlage dieses Zauber- I ' ~ | Gesetzmäßigkeiten,als welche
kunststückes, die Landschaft wir diese Schranken letzten
ist vom Nebel bedeckt. Die Endes zu verstehen haben,
Photographie wurde damals herrscht Zügellosigkeit in
nicht aufgenommenumOben- allen Künsten,
stehendes zu demonstrieren. | | Dies gilt auch für die
Die Landschaft selbst sehen i( \y j |/ Gartenkunst. Insbesondere
wir durch den Aha, der als \w'M I \f \m das von der Architektur Ge-
Kopfleiste (S. 41) verwandt Jj kl ö lull ml, sagte. Außerdem wird von
wurde und der sich im neueng- \Wk f'1' illlf lilw/' beiden verlangt, daß sie das
lischen Teile des Gartens be- J ,1§ ' iliMilill/llI

I Gepräge tragen der künst-
findet. Wir haben es hier mit gjil I :l';)W-'$r r nm, fiW lerisch schaffenden Men-
demstrikten Beweis zu tun— ^-\) ^ (,','\}m \ 'I r llf schenhand, d. h. der ge-
und der Beispiele könnten .K J|'' 'k '||t j i\i, M \ 'ifÄlj\|At/ % > i meisterten Natur. Dieses
viele erwähnt werden —, daß gji R jaijffl|p wkil W '^^k^^^^S ®ePräSe nat aDer nichts zu
man sich bei der Anlage des kSK 1 MB ' lf ^Mff jLa^^H^^ tun mit dem, das durch die
Gartens absichtlich in dia- Rl 1 'M, gjfz iL IL jaMH^mLLXT tektonischen Kräfte unseres
metralem GegensatzzurNatur Hj Y'^fBpP|fcii Erdballs im Laute von Jahr-
setzte. Man betonte aufs be- mm ÄftglÄM, iitäWmwmMmmm\ m'llionen Sesta'tet wurde,
stimmteste, \v<> dioKunsl auf- :W^_ Gestaltet wurde nach Ge-
hört, ließ aber die schöne ■ setzen, denen auch unser
natürliche Umgebung gerne "" MM kleines Menschenhirn seine
in sparsamer Weise hinein- Existenz verdankt, und die
klingen. Daß man dieses uns ewig unergründbar sein
Hineinklingen sehrvorsichtig werden,
behandelte und eventuell so-
gar künstlich beeinflußte, _

geht aus unserem Beispiele
hervor.

Ich glaube, noch eins Die Grnndcfige der Land-

könnenwir alsResultatobiger______ , „, , .. ^

o i--------------- scaattsarestaltunff.*)

Auseinandersetzungen fest- n tt '

stellen. Die Präge ob der landschaftliche oder der geo- Hinweise, wie man die natürlichen Schönheiten von Gebüschen

metrische den Garten der Zukunft vorstellt, ist füglich und Waldungen in Erscheinung treten lassen kann,

gleichgültig. Es ist auch gleichgültig, ob „feinste, aller- Von j Forsyth Johnson.

feinste Züge" der Natur, wie Herr Camillo Karl Schneider .

!„ H„ „ , j , .. „ ., , ... , ,. (Aus dem Engtischen frei übertragen von 0. K. Schneider.)

in No. 7 des Jahrgangs 1906 dieser Zeitschrift sagt, auf uns ö ° ;

befruchtend einwirken oder ganze Landschaften. Die Haupt- (Hierzu Fig. 1—3.)
sache ist eben das Resultat. Entspricht dasselbe den An-

tr, i ,, . , r,, -i i l Einleitung.
Forderungen, welche wir vom künstlerischen Standpunkt

aus an ein Kunstwerk stellen, so ist der eingeschlagene Johnson leitet, seine Darlegungen mit dem Hinweis

Weg richtig; entspricht es nicht, so ist er eben falsch. auf ein Wort Richard Wagners ein, worin dieser sagt, daß

Es wäre ja möglich, daß jemand auf dem Wege der land- die erste Bedingung für künstlerische Betätigung ist, „sehen

schaftlichen Gartengestaltung zu einem stilistisch und ästhe- zu lernen". Wer zu sehen versteht, der kommt zu allen

tisch einwandfreien Ergebnis käme. Bis jetzt ist dies Dingen, und insbesondere zur Natur, ins rechte Ver-

— meines Wissens wenigstens — noch nicht geschehen; hältnis.

ich kann mir auch nicht recht vorstellen, wie das zu- -.—

gehen sollte.

*) Unter dem Titel: „The Laws of developing landscape:
In der Beschränkung zeigt sich der Meister. Dem ghowing how to make thickets and woodlands reveal their
Maler und Bildhauer werden durch seine Vorbilder tausend natural beauty" hat Johnson im Journal of the Roy. Horti-
Schranken gezogen, in deren harmonischen Zusammen- cultural Society, London, vol. XXIX, p. 595 einen Beitrag zum
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