Kunstgewerbeblatt: Vereinsorgan der Kunstgewerbevereine Berlin, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Karlsruhe I. B., Königsberg i. Preussen, Leipzig, Magdeburg, Pforzheim und Stuttgart — NF 16.1905

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KLEINE MITTEILUNGEN

Ausschreibung von Wettbewerben zahlreiche künst-
lerische Entwürfe ersten Ranges gewonnen, die in
kühnem Opfermut und rascher Folge mit namhaften
Kosten zur Ausführung gelangen.

Auch die in Österreich sorglich gepflegte und
hochentwickelte Spitzenindustrie trägt, einer neuen
schönen Sitte folgend, viel zum Schmuck des Speise-
tisches bei. Die Stickereien sind dadurch ein wenig
in den Hintergrund gedrängt worden, was für diesen
Zweck kaum zu bedauern ist. Man zieht ihnen jetzt

Milieux von ungemustertem Damast mit Spitzenbesatz
vor, die ungemein vornehm wirken. Der vom k. k.
Österreichischen Museum neugegründete verdienstvolle
Verein zur Hebung der österreichischen Spitzen-
industrie, der seinen Sitz in Wien hat, war mit der-
artigen Arbeiten in Idrianer Klöppelspitze auf der
Ausstellung vorteilhaft vertreten, die somit in ihrem
kleinen Rahmen eine Fülle viel bemerkter An-
regungen bot.

H I K

D) TRINKGESCHIRR VON BARONESSE GISELA FALKE. — E) VASE IN SCHLIFF VON KOLOMAN MOSER.
F) LEUCHTER IN KRISTALLGLAS VON LEOPOLD BAUER. - - G) VASE IN GRÜNEM ÜBERFANG VON
ELSE UNGER. (DIESE ARBEITEN VON BAKALOWITS SÖHNEN AUSGEFÜHRT.) — H) WASSERGESCHIRR,
I) TRINKGESCHIRR, K) WEINFLASCHE VON ANTOINETTE KRASNIK. (DIESE ARBEITEN VON LOBMEYER

AUSGEFÜHRT.) GESETZLICH GESCHÜTZT

KLEINE MITTEILUNGEN

MUSEEN

KARLSRUHE. Kunstgewerbemuseum. Das Mu-
seum, dessen Sammlungen im Jahre 1901 in
einem Teil der bis dahin von der Kunstgewerbe-
schule benutzten Räume neu aufgestellt wurden, wurde
in den Berichtsjahren 1903 und 1904 räumlich wieder
durch Hinzunahme von zwei Räumen des Erdge-
schosses und vier Räumen des zweiten Stockwerks
erweitert, so daß es jetzt alle um den Lichthof
gelegenen Räume des ersten und zweiten Stockwerks
einnimmt. Als bedeutende neue Erwerbungen, welche
1903 zur Aufstellung kamen, sind drei Wohnräume
zu verzeichnen, eine reich getäfelte Schwarzwaldstube
aus dem 16. Jahrhundert, die ehemalige Gaststube aus

dem Rößlewirtshaus in Buchenberg, ferner zwei Räume
im Charakter der Tiroler Gotik: einer mit geschnitzter
Täfelung aus einem Edelhofe in Eppan, ein zweiter mit
reich geschnitzter Decke aus dem Ansitz Jöchelsturn bei
Sterzing. Reichen Zuwachs erhielt die Stoffsammlung
durch ein Geschenk des Herrn W. R. Rickmers in
Radolfzell, der eine große Anzahl guterhaltener turk-
menischer und bocharischer Teppiche und Stickereien
dem Museum zuwies. Auch sonst ist eine Anzahl
Geschenke von Privaten (im ganzen 65 Stück) zu
verzeichnen, durch welche neben den Ankäufen, die
sich hauptsächlich auf Erzeugnisse des neuzeitlichen
Kunstgewerbes, insbesondere aus dem Gebiete der
Keramik und Kunstgläser bezogen, die Sammlung sich
in den Berichtsjahren um 255 Stücke vermehrte.
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