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Die Sammler.

Der vielgestaltige Handel und Wandel von Handzeichnungen, das Allgemeines,
frühzeitig erwachte und bei Künstlern und Liebhabern sich stetig steigernde
Interesse für diesen Kunstzweig fanden bis heute in den wenigen Handbüchern
über Sammelwesen kaum eine Beachtung, es sei denn, daß in den kurzen historis
sehen Einleitungen gelegentlicher Kabinettspublikationen, in alten und neueren
Auktionskatalogen oder in den Reproduktionsausgaben einzelner Meister ans
regende Notizen eingestreut erscheinen1. Mehr über Sammler als über Sammeis
wesen findet sich in den französischen Werken über die Amateurs und
Conoisseurs, wie in Lebruns Almanach historique et raisonne des architectes
peintres, Paris 1777, in der Revue universelle des Arts, Bd. 6 und 15, oder
in Le Cabinet de l'amateur et de l'antiquaire, Revue, Paris 1842—1846,
oder in Ch. Blanc, Tresor de la curiosite, T. I, 1857, p. XXVI-XXVIII,
oder bei E. Bonnaffe in seinem Dictionnaire des Amateurs francais 1884,
der auch sonst mancherlei über die alten Kollektionen publiziert hat. Indes
stehen die Zeichnungen meist im Hintergrund, besonders im 17. Jahrhundert.
Und dennoch würde es eine dankbare Aufgabe bilden, ihre aufsteigende ideelle
und materielle Bewertung von Land zu Land durch die Jahrhunderte zu vers
folgen2. Leider müssen wir uns nur mit einzelnen Streiflichtern begnügen. Machen
sich die sonst allgemein angezogenen Sammelmotive auch auf diesem Gebiete
geltend, wie Freude an schönem Besitz, Belehrung, Förderung ästhetischer
Gefühle oder selbst jene niederer Abstufungen, so walten — im Gegensatz
zu vielen anderen begehrenswerten Kunstobjekten — doch vielfach höhere

1 So in der Einleitung zu O. Fischeis Raft'aelsZeichnungen, Abteil. I, S. 7—10 über die
RaffaelsSammler, oder bei J. C. Robinson, A critical Account of the Drawings by Michel
Angelo und Raffaello, London 1870.

2 Zur weiteren Literatur: Viele Einzelnotizen bei Vasari, Malvasia, Bottari: Lettere
pittoriche; Ticozzi: Nuova Raccolta; Bernardo de Domenici: Vite. — Murr: Journal, T. 17,
1789, p. 3. — Clement de Ris, Les Amateurs d'autrefois, Paris 1877. — R. Weigel gibt in seiner
verdienstlichen Arbeit: Die Werke der Maler in ihren Handzeichnungen, Leipzig 1865,
S. 2—25 eine Abhandlung zur Geschichte der Handzeichnungssammlungen. — Fr. Reiset,
Notice des Dessins au musee imperial du Louvre. Paris 1866.— Eine mustergiltige Behandlung
der ehemaligen Zeichnungssammlung des römischen Landschaftsmalers Vinc. Pacetti (heute
Berlin) von K. Cassierer in: Jahrb. d. preuss. Kunsts. XLIII, S. 63 ff. — L. Fagan, Collectors'
Marks, London 1883. — Frits Lught, Les Marques de Collections de dessins et d'estampes,
Amsterdam 1921. — Adolf Donath, Psychologie des Kunstsammelns, Berlin 1917.

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