Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 47.1920-1921

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EDUARD
PFEIFFER.
»GOLD-
MALEREI«

DAS INNERE DES CÖLNER PRIVATHAUSES.

AUSGESTATTET VON PROFESSOR EDUARD PFEIFFER.

Seitdem innerhalb zweier Jahrzehnte die Ge-
danken von Zweck und Werkgerechtigkeit
Allgemeingut einer Generation schaffender
Künstler wurden, dürfen die Grundlagen dieser
künstlerischen Anschauung des Einfachen und
Sinngemäßen als gute, alte Tradition gelten.
Was darnach, wenn eine Überlieferung einmal
Macht gewonnen hat, von selbst und natürlicher
Weise eintreten muß: die Differenzierung und
Ausgestaltung persönlicher Erlebnisse mit den
Ausdrucksmitteln des bildenden Künstlers, die-
ses Persönlichkeitswollen beherrscht seit Jahren
das gesamte neuere Kunstgewerbe. Daß dabei
bestimmte Städte und Landschaften gleichsam
schulmäßig klar von einander gesonderte Ein-
zelziele und Wege verfolgen, entspricht der
reichen Vielgestaltigkeit der deutschen Kunst.
So kann man, um nur zwei Kreise zu nennen,
sehr wohl die Berliner Art von der Münchener
unterscheiden, für die die empfindsame, erzäh-
lungsfreudige, schmuckreiche Auffassung von
Professor Eduard Pfeiffer geradezu als Vorbild
gelten kann........................

Die geschlossene und einheitliche Stimmung,
die durch eine reiche Fülle innerlich überein-
stimmender Darstellungsmittel erreicht wird,
gibt der Innenausstattung dieses Cölner Privat-
hauses das künstlerische Gepräge. Schon das
eiserne Gittertor, das in das Marmor-Vestibül
führt, könnte als Sinnbild dieser lebensfreudigen
Auffassung gedeutet werden. Die wechselvoll
zierlich-schlanke Führung des feinen Linien-
netzes mit den zart stilisierten Blüten und Blät-
tern, die rokokohaft lebensvoll bewegten Blu-
men und Ranken, die den oberen Abschluß
bilden, beweisen einen ausgeprägten Sinn für
das Geschmeidig - Elegante einer keineswegs
überlauten Wirkung. Gerade das mag in einer
Zeit, die das Grelle und Schreiende für das
Übliche und Natürliche nimmt, auf alle die, die
das Übermaß nach jeder Richtung hin verpönen,
eine beruhigend angenehme Wirkung ausstrah-
len. Man könnte sogar, wenn man den Vor-
raum mit dem anschließenden Treppenhause
über das einfache Schachbrettmuster des Mar-
morpflasters betritt, um den weißen Putz der
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