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Ness, Wolfgang
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 10, Teil 2): Stadt Hannover — Braunschweig, 1985

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https://doi.org/10.11588/diglit.44415#0106

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DIE QUERSTRASSEN ZWISCHEN
HILDESHEIMER STRASSE UND
FIEDELERSTRASSE
Abeimannstraße
Die Abeimannstraße war bereits im 18. Jh. als
kürzeste Verbindung des Dorfes Döhren mit
der Poststraße (heute Hildesheimer Straße)
nach Hildesheim angelegt. Die Besiedlung er-
folgte jedoch erst, als im letzten Viertel des 19.
Jh. durch die Expansion der Wollkämmerei
außerhalb des alten dörflichen Wegenetzes
gebaut wurde. Bei Aufstellung des Bebau-
ungsplanes für das Landwehrfeld waren be-
reits einige, zumeist kleine Häuser auf der
Nordseite der Straße vorhanden. Als letztes
unverändertes Gebäude dieser frühen Auf-
siedlung ist das Haus Nr. 25 erhalten. Der ein-
geschossige Backsteinbau mit dem breiten
Zwerchhaus wurde um 1890 errichtet.
Nachdem die Wohnbebauung der Hildeshei-
mer Straße um 1907 die Abeimannstraße er-
reicht hat, setzt auch hier eine verstärkte Bau-
tätigkeit ein, die sich insbesondere auf die
Nordseite zwischen Ziegeleistraße und Hil-
desheimer Straße konzentrierte (Nr. 19-33).
Auch hier entstehen unter Verwendung von

Ziegelstraße, Ecke Borgentrickstraße,
Richtung Norden


Helenenstraße 37, Ziegelstraße 10-6,
Wohnhäuser


Jugendstilformen dreigeschossige Mietwohn-
häuser mit ausgebauten Satteldächern.
Zwerchhäuser, Ausluchten, Erker und Balko-
ne schaffen eine sehr bewegte Fassaden-
struktur. Auch das zeitgleiche villenartige
Wohnhaus Nr. 27, neben Nr. 25 der einzige
andere Typus, und die später errichteten Häu-
ser Nr. 33 (um 1912) und 23 (um 1923) fügen
sich in Proportion und Form in die Gesamtge-
staltung ein. Tiefe Vorgärten verstärken den
Eindruck dieser, für gehobenere Ansprüche
errichteten Bebauung.
Borgentrickstraße
Die Borgentrickstraße sollte in der ursprüngli-
chen Planung die Fiedelerstraße mit der Hil-
desheimer Straße verbinden, wurde jedoch
nur bis zur Ziegelstraße ausgebaut. Mit Aus-
nahme von Nr. 14 wurde die Bebauung erst
am Ende der zwanziger Jahre ausgeführt. Es
entstanden drei- bis viergeschossige Wohn-
bauten, z.T. mit Läden im Erdgeschoß. Als
besonders qualitätvoller Bau sei das Doppel-
haus Nr. 8/10 genannt. Der breite vierge-
schossige Putzbau wurde symmetrisch zur
Mittelachse gestaltet. Der Mittelteil ist durch

einen altanartigen Vorbau, gekuppelte Fen-
ster und einen flachen Giebel betont, während
die beiden außenliegenden Treppenhäuser
mit schmalen vertikalen Fensterbändern und
Fugenschnitt deutlich den Gebäudeabschluß
markieren. Am Altan und dem oberen Ab-
schluß der Treppenhausrisalite setzen ge-
schoßhohe Figuren besondere Akzente.
Eine herausragende architektonische Lösung
einer Straßenecke gelang mit den Gebäuden
Borgentrickstraße 9, 11, 13 und Ziegelstraße
4, 6. Die identischen viergeschossigen Putz-
bauten Borgentrickstraße 9, 11 und Ziegel-
straße 4 sind durch Geschoßgesimse und Fu-
genschnitt in den Baikonen und gerundeten
Erkern horizontal betont. Der Eckbau Borgen-
trickstraße 13/Ziegelstraße 6 setzt dagegen
eine deutliche Vertikalstruktur, die durch drei-
eckige, bis zum Hauptgesims im dritten Ober-
geschoß durchlaufende Vorlagen und die
hohen Giebel gesteigert wird. Der zur „negati-
ven“ Ecke symmetrisch gestaltete Klinkerbau
ist mit beiden Flügeln über die Vorgärten der
Nachbarbebauung hinaus in den Straßen-
raum hineingezogen, während der einge-
schossige Ladenbau wieder um Vorgarten-
breite zurückversetzt ist. Die Beziehungen

Abeimannstraße 25, Wohnhaus, um 1890 Abeimannstraße 19-23, Wohnhäuser


Borgentrickstraße 13, Ziegelstraße 6, Helenenstraße 6,5,4, Wohnhäuser, um 1910
Wohn- und Geschäftshaus, um 1928


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