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Ness, Wolfgang
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 10, Teil 2): Stadt Hannover — Braunschweig, 1985

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https://doi.org/10.11588/diglit.44415#0135

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Stilmittel der Hannoverschen Bauschule. An
der Putzfassade von Nr. 18 (dat. 1904) paart
sich eine strenge Symmetrie mit „Zitaten“ hi-
storischer Stile und mit Jugendstildekor. An
dem ca. 1904 erbauten Eckhaus Nr. 14 ver-
suchten die Architekten Marquard & Michaelis
durch die Übernahme von Motiven des Land-
hausstils die großflächigen Miethausfassaden
und die Ecksituation interessant zu gestalten.
Der Kontrast zu diesen sich individuell ge-
bährdenden Miethäusern bilden die gegen-
überliegenden Klinkerbauten von etwa 1928
(Nr. 17,19), eine serielle Architektur, die ihren
ästhetischen Reiz aus der plastischen Gestal-
tung des scheinbar kubischen Baukörpers
(tatsächlich haben auch diese Häuser Sattel-
dächer) und der Verarbeitung traditioneller
und expressionistischer Gliederungselemen-
te gewinnt, wobei als „sprechende“ Motive die
an die Wohnabschnitte gebundene lagernde
Horizontale und die dynamische Vertikale der
Treppenhäuser einander steigern und diszipli-
nieren, während gleichzeitig die herkömmli-
che Gliederung in Sockelzone, Hauptge-
schosse und Attikazone neu interpretiert wird.
Eine andere Architekturrichtung zeigt sich an

Gartenallee 19, 20, 20a, 21, Wohnhäuser,
um 1900


Jacobsstraße 11,13, Wohnhäuser, 1905/1904


dem Gebäudekomplex Südwestecke Mini-
ster-Stüve-Straße/Jacobsstraße (Minister-
Stüve-Straße 7, 9, Jacobsstraße 8) von 1926.
Streng wirken die breitgelagerten Klinker-/
Putzfassaden und im Vergleich dazu kleintei-
lig die Dachhäuschen - diese Häuser tragen
Dächer. Das Ganze steigert sich zur symme-
trischen Hauptfront an der Kreuzung mit
mächtiger Schauwand in Form eines Trep-
pengiebels.
Gegenüber, anschließend an Nr. 14, beginnt
der Teil der Jacobsstraße, der zwischen 1904
(Datierung an Nr. 13) und etwa 1907 (östliche
Straßenseite) mit anspruchsvollen vier- und
fünfgeschossigen Miethäusern in spekulati-
vem Interesse bebaut wurde.
Sämtliche Gebäude sind mit Vorbauten, Bai-
konen und rückwärtigen Flügeln ausgestattet,
so daß auch die Zweispänner (Einspänner
sind Nr. 10 und 13) relativ große komfortable
Wohnungen bieten. Die älteren Putz-Fach-
werk-Fassaden auf der Westseite (Nr. 11 dat.
1905, Nr. 13 dat. 1904) zeigen in ihrer Gestal-
tung Anklänge an den Landhausstil. Die wenig
jüngeren Gebäude der Ostseite (Nr. 10, 12,
14, 16, Architekt H. Schmidt?) neigen in der

Minister-Stüve-Straße 14, Grundriß, um 1904,
Architekten Marquard & Michaelis
(Baugewerbs-Zeitung, 1908)


Minister-Stüve-Straße 17/19,
Wohnhäuser, um 1928


Jacobsstraße 12,10, Wohnhäuser, um 1905



Minister-Stüve-Straße 14, Wohnhaus, um
1904, Architekten Marquard & Michaelis

Jacobsstraße 8, Minister-Stüve-Straße 7/9,
Wohnhaus, 1926


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