Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 39.1923-1924

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B Kunstbibliothek
Staatliche Museen
zu Berlin

FRANZ HECKENDORF RENNBAHN

ZU DEN BILDERN FRANZ HECKENDORFS

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Die diesjährige Ausstellung der Neuen Seces- er liebt die reinen einfachen Farben und deren
sion hat aufs deutlichste gezeigt, daß nun- symbolische Ausdruckskraft. Auch er sieht,
mehr auch in der mit dem Schlagwort „Expres- wie jene Modernen insgesamt, im Weltbild
sionismus" nicht ganz glücklich gekennzeichne- mehr als den farbigen Abglanz nur der Dinge,
ten, schon nicht mehr „jüngsten" Kunstrichtung Auch er bedient sich in seinen Gemälden und
die Extreme sich ausgeglichen haben und die Lithographien der eindringlichen Sprache der
hochgehenden Wellen der Erregung und des Symbole und Zeichen,farbig schimmernder Steno-
Kampfes sich geglättet haben, womit durch- gramme, mittels derer er das Wesentliche eines
aus nicht gesagt sein soll, daß hierin etwa Bildnisses, das Charakteristische einer Land-
„Alterserscheinungen" zu erblicken seien. Aber schaft auf die Fläche bannt. Er zeigt, wie man
vielleicht darf man diesen expressionistischen ganz unnaturalistisch, dennoch von der Natur
Stil, der in seinem besten, innersten Kern ausgehend, sie zu vergeistigen vermag, wie man
allen Zeiten angehört, schon der Geschichte in fast schlichter psychologischer Methode dem
zurechnen und von ihm mit aller Ruhe und Kern der Dinge auf den Leib zu rücken vermag
Objektivität sprechen, ohne Protestkundgebun- und an die Stelle des zufällig Individuellen das
gen zu befürchten, wie dieser Stil selbst jeden- Typische zu bringen weiß. Um die Entdeckung
falls schon längst kein Protest mehr ist und der Seele nicht nur im Menschen, sondern auch
keine Gefahr, es sei denn die der Manier. in der Landschaft ist es ihm zu tun, in ihr
Franz Heckendorf, 1888 geboren, scheint mit läßt er den Beschauer lesen, ihr Innerstes ver-
seinem Schaffen Anerkennung zu finden. Auch sucht er ihm bloßzulegen. Farben und Formen

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