Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 39.1923-1924

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VOM SCHAFFEN

In der Kunst gibt es keine Nächstenliebe.
Schaffe für dich, dann schaffst du für andere.

Wenn die Malerei sich müht, das Wesen
des Lichtes zu fassen, so ist das das gleiche,
wie wenn die Philosophie sich müht, das Wesen
Gottes zu fassen: das Problem des Ursprungs
der Dinge, einmal in seiner sinnlichen, einmal
in seiner geistigen Form. Auch wenn die Kunst
dies Problem eine Zeitlang verläßt, sie wird
immer dazu zurückkehren.

Wer durch die Kunst der Wirklichkeit ent-
rinnen will, ist wie ein Mann, der den Wein
mißbraucht, um sich zu berauschen.

Die Kunst gebraucht erst richtig, wer sie zu
einem Stück seiner Wirklichkeit macht.

Wer die schmerzlichsten Enttäuschungen ver-
meiden will, muß nach dem streben, was er nicht
erreichen kann.

Ein Werk reiner Kunst übt unter den Ein-

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