Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 39.1923-1924

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Staatliche Museen
zu Berlin

ohne Bedenken wiederholt und, um nur ein
Beispiel zu nennen, sich mit der Übernahme der
unhaltbaren, oberflächlich konstruierten Korb-
flechthypothese zur Erklärung der steinzeit-
lichen Gefäßornamentik schon gleich im Anfang
den Weg zum Verständnis der wichtigsten alt-
europäischen Kunstgattung verbaut. Nur erhebt
sich die Frage: wenn für diesen kunstverstän-
digen, scharf blickenden und philosophisch ge-

schulten Beobachter sogar die nach allen Seiten
durchgearbeitete, gut geordnete und übersicht-
liche primitive Kunst Europas noch ein so inhalts-
loses, gesetzloses Chaos bildet, wie lange wird
es dann noch dauern, bis wir eine wissenschaft-
lich brauchbare Arbeit über die „Primitive
Kunst" besitzen werden, welche auch die so
unendlich viel schwerer zugängliche naturvöl-
kische Kunst in ihr System einbezieht?

Dr. F. Adama v. Scheltema

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