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Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 24.1981


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tionsprobleme (und -versuche) und den forschungsgeschichtlichen Überblick von der
Renaissance bis zum 20. Jhrh., in dem die marxistische Forschung nicht zu Unrecht außer-
gewöhnlich starke Beachtung findet, folgt der Forschungsbericht, der die zu den einzelnen
Epochen (von Kreta und Mykene bis zur Spätantike) vertretenen Ansichten referiert und
die Forschungsergebnisse vorlegt. Die 235 Textseiten werden durch 132 Seiten Anmerkun-
gen ergänzt und durch ein Register der modernen und antiken Autoren/Sachregister gut
zugänglich gemacht. So sicher es ist, daß bourgeoise Ideologien das Ausmaß der antiken
Sklaverei verharmlost haben, so notwendig ist es aber auch, auf die unterschiedliche
Zahl und differenzierte Behandlung der Sklaven hinzuweisen und nie zu vergessen, daß
Bürgertum und Stadtkultur die wichtigsten Faktoren der griech.-röm. Antike gewesen
sind.

Joachim K 1 o w s k i hat unter dem Titel Dialektik von Mythos und Logos im Hirschgra-
ben-Verlag (Best.-Nr. 740) zum Preis von 6,- DM eine lesenswerte und anregende Bro-
schüre über den Sinn der Beschäftigung mit dem Griechischen veröffentlicht, in der er ver-
sucht, in einem auf drei Jahre beschränkten Unterricht die Entwicklung des griech. Den-
kens aus dem Spannungsfeld Mythos-Logos zu erklären. Auch wenn man dem Autor nicht
in allen Einzelheiten folgen will, erhält man eine Fülle von Denkanstößen. \y0lfgang Königer

Barbara S c a r d i g 1 i, Die Römerbiographien Plutarchs. Ein Forschungsbericht. C. H.
Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1979, 230 S. Brosch. 78,- DM
Barbara Scardiglis Buch ist nicht nur eine Bibliographie zu den Römerbiographien Plut-
archs, wie sie selbst in ihrer Bescheidenheit sagt, sondern ein wirklicher Forschungsbe-
richt, der in klugen und reichhaltigen Einleitungen zu den einzelnen Büchern gute Ein-
blicke in die Zeit der betreffenden Persönlichkeiten, in ihr Wirken und ihre Eigenarten gibt.
Es wird nicht nur auf die genannte Literatur hingewiesen, die Verf. kommt auch selbst
gebührend zu Worte.
Ihr besonderes Interesse gilt den Biographien des Romulus, des älteren Cato, der
Gracchen, des Marius und Caesars. 854 Anmerkungen bieten das Rüstzeug zum Verständ-
nis. Über die Einzeldarstellungen hinaus verliert Verf. niemals den kritischen Blick auf
das literarische Werk Plutarchs, des Mannes, der seine geringen Lateinkenntnisse selbst
eingesteht, dennoch aber zu den entscheidenden Quellen, alten wie zeitgenössischen, je-
weils einen fruchtbaren Zugang zu finden wußte. Ein Buch, dessen Lektüre Freude be-
reitet.

Friedrich Prinz, Gründungsmythen und Sagenchronologie. Zetemata Heft 72, Verlag
Beck München 1979, 483 S., brosch. 129,- DM
In einem von reichem Wissen zu beachtlichem Umfang gebrachten Werke hat P. zahlreiche
griechische Gründungssagen sowie die Sagen von der Rückkehr der Herakliden und der
Kolonisation Ioniens unter anerkennenswerter Beifügung von 217 Testimonien unter-
sucht. Hinsichtlich des Stoffs erfährt der Leser eindrucksvolle Belehrung, muß sich aber
hüten, die aus der Darstellung gezogenen Ergebnisse für gesicherte Erkenntnisse zu halten:
P. verwirft die Annahme geschichtlicher Hintergründe der Sagen und sieht in der nach-
epischen Überlieferung mißglückte Versuche erst jüngerer Zeit, die Sagenchronologie zu
harmonisieren; die bisherige Forschung habe diesen Sachverhalt übersehen, so daß ihr
Mangel an Kritik nur ein „trauriges Ergebnis“ (58) hatte. An dessen Stelle setzt er ebenso
einfallsreiche wie zweifelhafte Erfindungen; das sieht - um nur ein Beispiel zu nennen -
so aus: „Die Insel Ikaros bzw. ihre Bewohner schufen sich und dem sie umgebenden Meer

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