Münchener Punsch: humoristisches Originalblatt — 18.1865

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Münchener

Ein humoristisches Originasblatt von M. E. Schlcich.

Achtzehnter Band.

6» Jm Ausland erfolgcn die üblichen PostaufschlLge. 5. ^ebr.

Maxl und Sepperl, S chusterbub en.

Maxl. Was hältst dn denn eigentlich von den Preußischen
Besuchen in Wien?

Sepperl. Es scheint doch, daß sie zur Stärkung der Bande
gedient haben.

Marl. Gebrauch' doch keine -so beleidigenden Ausdrncke!
Sepperl. Jch meine ja: znr Stärkung der Bande der Freund-
schaft, so steht 's sogar in officiösen Blättern.

Marl. Ahso!

Marl. Hast Du die Fallot'sche Broschür' auch schon g'lesen?

Sepperl. Ja, ganz ansgezeichnet, sehr einverstanden!

Maxl. Aber ich bitt' dich —

Sepperl. Ja weißt du: ohne daß es riecht, kann man eine
solche Sache nicht fertig bringen; es handelt sich eben nur um die mög-
lichst wenig sanitätswidrige Art —

Marl. Ja was meinst denn du eigentlich sür eine Broschür'?

Sepperl. Doch die über die Kloakenfrage?

Marl. Ach Gott, die ist ja von Ranke. Jch red' von der
Fallot-Gemeiner'schen!

Sepperl. Ah so, ja das ist was Anderes — oder vielmehr was
Aehnliches. Ja, ja, da hätt' man Halt auch zur rechten Zeit den Pct-
tenkofer fragen sollen, wie man am besten ausräumt.
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